Dänische und deutsche Regionalpolitiker werden gemeinsam vor Ministerpräsidentin Mette Frederiksen sprechen. Wenn diese Coronarpandemie überstanden sein wird, sollte es das letzte Mal gewesen sein, dass Grenzbarrieren Menschen in Sønderjylland (Südjütland) und Schleswig-Holstein voneinandsr getrennt haben.

Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit der Region Sønderjylland-Schleswig wird sich an Ministerpräsidentin Mette Frederiksen (Socialdemokraterne) wenden und möchte verhindern, dass dieses erneut geschieht. Dieses sagten die Bürgermeisterin von Flensburg, Simone Lange, SPD, und Preben Jensen (Venstre) am Sonntag einvernehmlich.

Die beiden bilden die Präsidentschaft der Euroregion Sønderjylland-Schleswig, die seit 1997 die Zusammenarbeit im dänisch-deutschen Grenzland formalisiert. „Das Grenzland ist zu einer Einheit zusammengewachsen, das die Coronapandemie in zwei Hälften geteilt hat. Jetzt werden wir sowohl nach København als auch nach Berlin reisen und dort mit den Regierungen sprechen, um sicherzustellen, dass wir in Zukunft ein Anhörungsrecht haben“, sagte Simone Lange.

„Wir wollen sicherstellen, dass die Bürger der vier sønderjydske (südjütländischen) Kommunen Haderslev, Aabenraa, Sønderborg und Tønder sowie in Schleswig-Holstein das Recht haben, die Grenze zu überschreiten“, sagte Preben Jensen, der am Freitag nach Simone Lange den Vorsitz der Eurozone übernommen hat.

„Seit den Erklärungen von København-Bonn im Jahr 1955 leben staatlich anerkannte Minderheiten auf beiden Seiten der Grenze, und Tausende von Bürgern leben in einem Land und arbeiten im anderen, von den familiären Bindungen ganz abgesehen. Der ganze Geist der Region ist, dass wir ein Ganzes sind“, sagte Preben Jensen.

„Viele, viele Menschen im Grenzland haben im Alltag einen Schock erlebt. Menschen, die zusammen gehören, wurden plötzlich getrennt. Das wollen wir nicht wieder sehen“, sagte Simone Lange.

Am 29. Mai kündigte Ministerpräsidentin Mette Frederiksen an, dass die Regierung die Grenze zwischen Dänemark und Schleswig-Holstein ab dem 15. Mai wieder öffnen werde, und stellte fest, dass es im Grenzland besondere Bedingungen gebe. „Wir wollen sie daran festmachen“, sagte Preben Jensen.

Mette Frederiksen sagte folgendes am 29. Mai dieses Jahres:

  • „Die Schließung der deutschen Grenze hat ganz Dänemark hart getroffen, aber es hat die besonders hart getroffen, die im Grenzland zu leben, das wissen wir gut.
  • In diesem Jahr feiern wir den 100. Jahrestag der Wiedervereinigung Sønderjyllands mit Dänemark. Leider wird es etwas anders sein als geplant. Es ist aber auch eine sehr starke Erinnerung an die starke Zusammenarbeit und das starke Zusammenleben in unserem Grenzland.
  • Sie sind ein Vorbild für die ganze Welt. Auf beiden Seiten der Grenze besteht ein einzigartiger Respekt zwischen der Mehrheit und den Minderheiten. Als Regierung wollen wir ein Grenzland, wie wir es kennen.
  • Wir werden Ihnen die Normalität zurückbringen.“

von

Günter Schwarz – 21.06.2020