(Aarhus) – Das Teknologisk Institut (Technologieinstitut) in Aarhus will Bioethanol auf Algenbasis als klimafreundlichen Kraftstoff der Zukunft attraktiv machen.

Wussten Sie, dass ein Auto mit einer Mischung aus Algen-Ethanol und Benzin fahren kann? Also die Art von Seetang, die Sie im Meer finden?

Bioethanol auf Algenbasis hat viele Vorteile, ist jedoch bislang eine ressourcenintensive und teure Alternative zu fossilen Brennstoffen.

Das dänische Technologieinstitut schreibt nun in einer Pressemitteilung, dass es seit drei Jahren daran arbeitet, Algenbenzin durch Kostensenkung und Leistungsoptimierung wettbewerbsfähig zu machen.

Seetang enthält ein großes Potenzial als klimafreundlicher Kraftstoff, wie es sich anhört. Seetang ist einer der wenigen Rohstoffe, die keine wertvollen landwirtschaftlichen Flächen benötigen, die für den Anbau von Nahrungsmitteln und Futtermitteln hätten verwendet werden. Gleichzeitig muss Seetang weder bewässert noch gedüngt werden, und es ist eine der am schnellsten wachsenden Pflanzen, die ausschließlich durch Photosynthese wächst.

„Wenn wir auch berücksichtigen, dass mehr als die Hälfte der Trockenmasse in Seetang fermentierbaren Zucker enthält, der in Bioethanol umgewandelt werden kann, hat Seetang ein großes Potenzial, die zukünftige Alternative zu fossilem Benzin zu werden“, sagt Anna Belinda-Bjerre, Geschäftsführerin im Teknologisk Institut.

Ziel ist es, dass Algen sowohl wirtschaftlich als auch ökologisch von Nutzen sind und somit fossile Brennstoffe durch Algenethanol ersetzen.

„Wir haben die Menge der erntefertigen Algenbiomasse vervierfacht, indem wir sie auf hoher See auf beiden Seiten eines Netzes Seetang angebaut haben. Hier hilft der Seetang auch, die Verschmutzung durch die Fischzucht zu minimieren und CO₂ aus der Atmosphäre zu absorbieren. Darüber hinaus haben wir die Methoden zur Extraktion des Zuckerpolymers Laminarin optimiert, von denen wir gezeigt haben, dass sie in Liter-Maßen effizient in Bioethanol umgewandelt werden können“, sagt Anne-Belinda Bjerre.

Gerade der hohe Laminarin-Gehalt der Zange macht die Alge zu einer geeigneten Energiequelle. Mit Hilfe von Enzymen löst sich das Laminarin in wenigen Stunden in Glucose auf, die in Bioethanol umgewandelt werden kann. Einmal destilliert, kann es beispielsweise als Kraftstoff für Autos verwendet werden.

Einer der Vorteile der Verwendung von Seetangbenzin besteht auch darin, dass es bereits heute in normales Benzin eingemischt und in unseren Autos verwendet werden kann. „Wir haben Tangethanol in Benzin gemischt und einen Test durchgeführt, bei dem das Auto auf verschiedenen Straßentypen realistisch gefahren wird. Der Test zeigt, dass das Algenbenzin eine vergleichbare Leistung wie normales Benzin aufweist, und wir sehen keine sofortige Herausforderung darin, die Menge an Algenbenzin in der Mischung zu erhöhen“, sagt Sten Frandsen, Geschäftsführer des Technologischen Instituts.

Das EU-finanzierte Projekt ist noch nicht ganz abgeschlossen, da noch mehr Forschung auf diesem Gebiet erforderlich ist, damit es wirtschaftlich rentabel sein kann, Algenbenzin an die Transportwirtschaft zu verkaufen.

von

Günter Schwarz – 19.07.2020

Foto: Teknologisk Institut