(Ringsted) – Die Zahl der Infektionen nimmt auch in Dänemark wie beim südlichen Nachbarn Deutschland wieder zu, und infolgedessen stellt der Schlachthof jetzt die gesamte Produktion in Ringsted ein. „Danish Crown“ gab in einer Erklärung am Samstagnachmittag an, dass der Schlachthof geschlossen wird, da die Zahl der Coronafälle unter den Mitarbeitern weiter zunimmt.

Am Samstagmorgen wurde klar, dass weitere 22 Mitarbeiter des Schlachthofs positiv auf Covid-19 getestet wurden. So sind mittlerweile fast 142 Mitinfiziert. Bei einem Treffen zwischen den Gesundheitsbehörden und „Danish Crown“ am Samstagvormittag wurde beschlossen, den Schlachthof in Ringsted zunächst einmal für eine Woche zu schließen.

„Gleichzeitig müssen sich alle Mitarbeiter des Schlachthofs als enge Kontakte zu den Infizierten betrachten. Das heißt, sie müssen den Anweisungen der Behörden bezüglich Selbstisolierung und Quarantäne folgen“, heißt es in einer Erklärung des Schlachthofs.

Dieses bedeutet, dass weitere 600 Mitarbeiter, die sich am Montag bei der Arbeit hätten treffen sollen, sich jetzt selbst isolieren müssen. Zusätzlich zu weiteren 75 engen Kontakten wurden bereits 120 Infizierte unter Quaratäne gestellt. Aufgrund der Ferienzeit gibt es ungefähr 200 Mitarbeiter, die in der Zeit vom ersten Fall am 26. Juli bis heute nicht im Schlachthaus waren.

So wurden 795 von insgesamt 1.000 Mitarbeitern in Ringsted mit der Nachricht nach Hause geschickt, zu Hause zu bleiben und alle Besuche abzusagen und so weit wie möglich Abstand zu denen zu halten, mit denen sie zusammenleben, und körperlichen Kontakt wie Küsse und Umarmungen zu vermeiden.

„Es ist gewaltig, in einer Situation zu sein, in der fast 150 Mitarbeiter infiziert sind und viele von ihnen krank sind. Es tut uns allen bei ,Danish Crown‘ weh“, sagt Jais Valeur, Geschäftsführer von „Danish Crown“, in einer Erklärung.

Nach der ersten Testrunde erreichte die Gesamtzahl der Infektionen bei „Danish Crown“ in Ringsted am Donnerstag 120. Alle früheren Covid-19-Negative wurden am Donnerstag erneut getestet, und jetzt sind weitere 22 infiziert, so dass weder die „Danish Crown“ noch die Gesundheitsbehörden eine andere Wahl haben, als den Schlachthof zu schließen, heißt es in einer Erklärung.

Obwohl der Schlachthof jetzt geschlossen ist, wird die Produktion am Montag fast routinemäßig laufen. Dieses geschieht, um Lebensmittelverschwendung zu vermeiden, erklärt Jens Hansen, Pressemanager bei „Danish Crown“.

„Es gibt bis zu 3.000 Schweine im Kühlraum von der Arbeit am Freitag, die wir mehr oder weniger verarbeitet und aus dem Schlachthof geschickt haben müssen, bevor wir in der kommenden Woche schließen.

Jede Woche werden in Ringsted ca. 35.000 Schweine geschlachtet. Als der Schlachthof vor einer Woche bekanntgab, dass er die Produktion um die Hälfte senken würde, konnte dieses gelöst werden, indem täglich 2.500 Schweine nach Jylland (Jütland) geschickt werden. Jetzt besteht Bedarf nach einer weiteren helfenden Hand sowohl der jyske (jütländischen) Mitarbeiter als auch der Schweineproduzenten, aus denen die Eigentümer des Schlachthofs bestehen.

Ab Montag ist der Schlachthof in Ringsted vorläufige für sieben Tage vollständig geschlossen.

„In einer Nachricht an die Eigentümer haben wir klargestellt, dass wir etwas Flexibilität brauchen werden, und ebenso müssen wir mit den Mitarbeitern der Schlachthöfe in Jylland über Überstunden sprechen“, sagt der Pressesprecher.

In der Kommune Ringsted haben sie die ganze Woche gearbeitet, um Unterkünfte zu finden, die den in der Kommune lebenden Schlachthofmitarbeitern angeboten werden kann und die nicht die Möglichkeit haben, zu Hause in Isolation zu gehen.

„Wir haben sowohl mit der ,Danish Crown‘ als auch mit den Gesundheitsbehörden darüber gesprochen, dass dieses nötig ist. Deshalb haben wir in der vergangenen Woche versucht, ein Upgrade durchzuführen – aber wir müssen jetzt nach noch mehr Isolierhäusern oder -wohnungen suchen“, sagt Henrik Hvidesten (Venstre / Rechtsliberale Partei) Bürgermeister von Ringsted. Dasselbe erwartet der Bürgermeister von mehreren Nachbargemeinden, von denen mehrere Schlachthofangestellte zu den Arbeitsplätzen in Ringsted pendeln.

Er gibt zu, dass es für diejenigen, die nicht die Möglichkeit haben, zu Hause in die Selbstisolation zu gehen, eine Kluft um Isolationsunterkünfte geben könnte. Wie viele benötigt werden, hängt jedoch von den konkreten Zahlen der Infizierten ab. „Man muss auch daran denken, dass sich viele in ihrem eigenen Zuhause isolieren können. Es muss geprüft werden, wer das kann. Diese Arbeit beginnt jetzt“, sagt der Bürgermeister.

Henrik Hvidesten (Venstre), Bürgermeister von Ringsted, sagt, dass die Kommune jetzt noch mehr Häuser zur Selbstisolierung für diejenigen finden muss, die sich nicht in ihrem eigenen Haus oder in ihrer Wohnung isolieren können.

Die Kommune Ringsted hat derzeit 13 Wohnungen, und zuvor war die Kommune darauf aus, Wohnungen von den Nachbargemeinden anzumieten.

Viele der Mitarbeiter der Schlachterei in Ringsted leben jedoch in der Kommune und sind auch Eltern von Kindern, die in der kommenden Woche wieder in die Schule gehen werden. „Wir haben mit den Gesundheitsbehörden einen engen Dialog darüber geführt, ob die Kommune weitere Maßnahmen ergreifen sollte – zum Beispiel im Zusammenhang mit dem Schulbeginn nächste Woche. Da die Situation derzeit so ist, müssen wir nichts weiter machen, aber es kann sein, dass sie sich schnell ändert. Kinder von Eltern, die positiv getestet wurden, müssen jedoch zu Hause bleiben“, sagt Bürgermeister Henrik Hvidesten.

von

Günter Schwarz – 09.08.2020

Fotos: Danish Crown