Immer mehr Dänen legen wilde insektenfreundliche Pflanzen in ihre Gärten an. Selbst kleine Gärten können laut der Danmarks Naturfredningsforening (Dänische Gesellschaft für Naturschutz) einen Unterschied machen.

Die meisten Menschen assoziieren Disteln wahrscheinlich mit etwas, auf das sie sicherlich nicht mit bloßen Füßen treten möchten – oder das sie diese überhaupt in Ihrem Garten finden. Das ist jedoch bei Jeanette Nyberg Nielsen nicht der Fall. Disteln sind für sie eine Pflanze mit schönen Blüten, die Bienen, Schmetterlinge und andere Insekten anziehen können. „Jetzt gibt es kein Unkraut mehr. Es gibt nur eine Sache namens Pflanzen“, sagt Jeanette Nyberg Nielsen.

Jeanette Nyberg Nielsen ist eine der vielen Dänen, die sich dem Kampf um die Steigerung der biologischen Vielfalt in ihrem eigenen Garten angeschlossen haben. Ihr kleiner Garten im Nordwestviertel von København erfährt daher große Veränderungen. „Es ist mir wichtig, dass es wieder mehr Insekten gibt, die aus der dänischen Natur verschwinden sind. Wir befinden uns in einer Krise der biologischen Vielfalt, können wir mit Sicherheit sagen. Deshalb ist es mir wichtig, dass die Pflanzen, die ich in meinem Garten habe, etwas sind, in dem und von dem die kleinen Kreaturen leben können“, sagt sie.

Jeanettes Garten, der früher hauptsächlich aus Betonfliesen und Kräutertöpfen bestand, hat jetzt einen kleinen Teich, in dem kleine Tiere mit Trinkwasser versorgt werden, und dann sollen noch viele wilde Pflanzen wachsen.

Jeanette Nyberg Nielsen ist weit entfernt von den einzigen Dänen, die mehr Insekten im Garten haben wollen. Dieses ist ebenso in der „Havero-Planteskole“ in der Østerbro in København zu spüren, wo in diesem Jahr zahllose insektenfreundliche Pflanzen aus den Regalen des Geschäfts verkauft wurden. „Wir haben eine große Nachfrage nach Wildpflanzen und insektenfreundlichen Pflanzen festgestellt. Das bedeutet einfach, dass viele Pflanzen ausverkauft sind und es Pflanzen gibt, die wir momentan nicht liefern können, weil eine so große Nachfrage nach ihnen besteht“, sagt Gry Friis, Pächter der „Havero-Planteskole“.

Um den Kunden die Auswahl insektenfreundlicher Pflanzen zu erleichtern, hat die Gärtnerei unter anderem einen speziellen Bereich mit Pflanzen eingerichtet, die besonders gut für Insekten sind. Gleichzeitig haben sie kleine Schilder mit einer Zeichnung einer Biene von einigen Pflanzen angebracht, die Bienen, Schmetterlinge und andere Insekten mögen.

Jetzt werden nicht nur in privaten Gärten Anstrengungen unternommen, um die biologische Vielfalt zu fördern. In einigen Kommunen dürfen Gras und Blumen an den Rändern des Grabens frei wachsen. In der Kommune Gladsaxe hat ein Biodiversitätsprojekt zu drei neuen registrierten Insektenarten geführt. Und in Egedal werden sogenannte natürliche Samen kostenlos verteilt, die Gartenbesitzer säen können.

Die Danmarks Naturfredningsforening ist zufrieden mit der Entwicklung, bei der sowohl Kommunen als auch Privatpersonen sich bemühen, die dänischen Reptilien zu retten. „Zehn Quadratmeter hier und zehn Quadratmeter dort, es wird mehr und mehr. Und selbst kleine Flecken mit wild belassener Natur sind wirklich gut für die Tiere“, sagt Thomas Neumann, Naturführer bei der Danmarks Naturfredningsforening.

Und für diejenigen, die beim Gedanken an mehr Insekten im Garten Schmetterlinge in den Bauch bekommen, gibt es laut Jeanette Nyberg Nielsen nur eines zu tun. „Es fängt gerade erst an. Alles beginnt bei sich selbst. Und dann gibt es viele, die sagen: ,Nun, es spielt keine Rolle, dass ich etwas tue.‘ Ja, denn wenn es viele Leute gibt, die dasselbe tun, wird es nützlich sein“, sagt Jeanette Nyberg Nielsen.

von

Günter Schwarz – 15.11.2020

Foto: Danmarks Naturfredningsforening