(Syddjurs) – Das Versammlungsverbot hat den Feierlichkeiten in den Versammlungshäusern ein Ende gesetzt. Die Auftragsbücher sind halb leer. Aber jetzt werden mehr Kommunen helfen. Hochzeiten, Jubiläen, Konfirmationsfeiern und 18-jährige Geburtstage wurden aufgrund des Versammlungsverbots verschoben, was in den örtlichen Versammlungshäusern, die in Deutschland mit den Bürgerhäusern vergleichbar sind, zu spüren ist.

Im Versammlungshaus von Mesballe in Ryomgård gähnt Leere im Speisesaal. Die Coronakrise hat ihren Einnahmen ein Ende gesetzt. Sie hätten eigentlich die Decke und die Außenbereiche renovieren wollen, können es aber jetzt vergessen, so die Vorsitzende des Mesballe Forsamlingshus (Versammlungshaus), Helle Quaade. „Es gibt viele Stornierungen, die Leute müssen ihre Anmeldungen zurückziehen“, sagt Helle Quaade.

Die Dansk Folkeparti (Dänische Volkspartei) will etwas gegen die leeren Kassen in den Versammlungshäusern der Kommune Syddjurs unternehmen. Die Partei schlägt vor, dass die 28 Versammlungshäuser der Kommene jeweils 10.000 Kronen (1,343 Euro) erhalten – zusätzlich zu dem jährlichen Zuschuss in gleicher Höhe. „Ich denke, es ist wichtig, die Häuser am Leben zu erhalten, da sie im Mittelpunkt der kleinen Dorfgemeinschaften stehen“, sagt Grethe M. Laursen, Stadträtin in der Kommune Syddjurs (Dansk Folkeparti). Aber das Jubeln der Vorsitzenden des Mesballe Forsamlingshus bleibt aus.

Die Vorsitzende vom Mesballe Forsamlingshus, Helle Quaade, sucht weiter nach Gästen, die eine Party in dem Haus feiern können, obwohl das Versammlungsverbot den meisten Partys in Syddjurs ein Ende gesetzt hat.

„Es ist ein Klaps auf den Rücken, aber man kann keine Wunder vollbringen“, sagt Helle Quaade und fragt sich: „Aber haben wir genug getan, um attraktiv zu sein? Sie gibt die Antwort sich selbst und sagt: „Ich denke, es ist schwer, sich attraktiv darzubieten, wenn wir nichts zu bieten haben. Im Oktober beschloss die Kommune Randers, den Zuschuss für die Verdammlungshäuser zu erhöhen. So erhielten 23 der 40 Häuser der Kommune jeweils zwischen 20 und 30.000 Kronen (2.687 und 4.030 Euro).

Wenn die Dansk Folkeparti es für so wichtig hält, warum sind 10.000 Kronen genug?

„Wenn uns ermöglicht wird, um die Fixkosten für ein Versammlungshaus zu decken, dann hoffen wir auch, dass es weitergehen kann“, sagt Grethe M. Laursen.

Die Versammlungshäuser liegen auf den Knien

Die Versammlungshäuser haben in vielen Gemeinden historisch als Kulturstätten und Treffpunkt fungiert. Aber da die umliegenden Städte größer geworden sind, haben die Angebote und damit die Konkurrenz mit der Zeit zugenommen, denn Versammlungshäuser sind nicht mehr der einzige Ort, an dem man feiern kann.

Benno Blæsild ist Historiker und nennt die Versammlungshäuser eine sehr frühe Form von Facebook.

Der Historiker Benno Blæsild nennt es eine sehr frühe Form von Facebook. „Dort hatten die Menschen einen Ort, zu dem sie hingehen konnten. Sie konnten sich treffen, einander begegnen und miteinander reden“, sagt Benno Blæsild.

Aber irgendetwas deutet darauf hin, dass es so nicht mehr funktioniert. In den 1950er Jahren gab es in Dänemark etwa 1.800 Versammlungshäuser, heute sind es nur noch 1.075.

Ein Versammlungshaus, das die Krise in etwas Positives verwandelt hat, befindet sich im Hylke Forsamlingshus. Es hatte genug Geld erwirtschaftet, um Küche, Decke und Boden für insgesamt 400.000 Kronen (53.750 Euro) renovieren zu können. Das Erfolgsrezept sind neue verschiedene Aktivitäten. Das Versammlungshaus bietet den Bürgern der örtlichen Gemeinde einen jährlichen Flohmarkt, den sie wegen der Corona nicht absagen, sondern einfach überdacht haben.

Kjeld Krabsen ist Schatzmeister im Hykle Forsamlingshus, der in neue Richtung denkt, um nicht gezwungen zu werden, den Schlüssel endgültig umzudrehen.

„Es sind einfache Lösungen“, die funktionieren, sagt Kjeld Krabsen, Schatzmeister Im Hylke Forsamlingshus „Wir konnten uns einen großen Bauernhof mit vielen Zimmern ausleihen, um in einiger Entfernung einen Flohmarkt zu veranstalten. Und die Tatsache, dass wir Krimskrams verkauften, war eine schöne Idee“, sagt Kjeld Krabsen. Der Flohmarkt brachte 40.000 Kronen (5.374 Euro) für das Versammlungshaus ein.

Das Haus organisierte auch ein Radrennen bei der jährlichen Sportwoche in Hylke. Es arrangierte die Patenschaft für einen Radfahrer, und die Anzahl der Kilometer, die der Radfahrer mit dem Fahrrad zurücklegte. Er spendete dem Versammlungshaus Geld.

Zusätzlich stellt die Kommune Skanderborg Betriebskostenzuschüsse in Höhe von 21.000 Kronen (2.821 Euro) zur Verfügung, was jedoch nach Ansicht des Vorsitzenden nicht der Schlüssel zu einer guten Akzeptanz rund um die Versammlungshäuser ist. „Wir können nur als Versammlungshaus nur überleben, wenn wir auch die Unterstützung der Bürger der Gemeinden haben“, sagt er.

von

Günter Schwarz – 24.11.2020

Fotos: Kommune Syddjurs