(Aalborg) – Der nordjydske (nordjütische) Regionalrat wird die Interaktion zwischen Kultur und Gesundheit in Nordjylland (Nordjütland) stärken. Sie werden dies tun, indem sie eine Reihe kultureller Initiativen im Gesundheitswesen umsetzen, darunter neue interaktive Patientenzimmer am Universitätsklinikum Aalborg.

Kunst und Kultur sind nicht unbedingt die ersten Dinge, die in Bezug auf Krankenhäuser und Gesundheit in den Sinn kommen, aber eine neue Reihe kultureller Initiativen soll dieses ändern. „Kultur stärkt die psychische Gesundheit“, lautet das Urteil des Regionalratsmitglieds und Vorsitzenden der Regionalentwicklung Ole Stavad, der an der Auswahl der bevorstehenden neuen Kulturinitiativen beteiligt war.

Der Regionalrat hat sich zum Ziel gesetzt, die Interaktion zwischen Kultur und Gesundheit in Nordjylland zu stärken, indem unter anderem interaktive Patientenzimmer am Universitätsklinikum Aalborg in der Region Nordjylland eingerichtet werden, heißt es in einer Pressemitteilung. Als kulturelle Injektion in der Notaufnahme müssen die neuen Initiativen die patientenzentrierte Umgebung fördern.

„Die Initiativen haben den gemeinsamen Ausgangspunkt, dass Kultur uns mental stärken kann, wenn wir gesundheitlich herausgefordert werden, wie dieses meistens der Fall ist, wenn wir dem Gesundheitssystem begegnen. In diesen Situationen können Künstler zur Innovation beitragen und der Spiegel sein, der es uns ermöglicht, besser zu sehen, ob wir die Dinge richtig machen. Dieses zeigt die Forschung, und ich glaube voll und ganz daran“, sagt Ole Stavad in der Pressemitteilung aus der Region Nordjylland.

Besonders die Arbeit mit den neuen interaktiven Patientenzimmern freut sich der Regionalrat. Ziel ist es, zwei Räume in der Kinderstation und der Abteilung für orthopädische Chirurgie zu schaffen, in denen Kultur und Natur ein innovativer Bestandteil des Rahmens für den Patienten und die Angehörigen sein müssen und der dynamische Inhalt an den einzelnen Patienten und die Familie angepasst werden muss, so der Regionalrat. Der Mann hinter der Initiative, Chefarzt am Aalborg University Hospital Per Thorgaard, hat ein starkes Team von Angehörigen der Gesundheitsberufe zusammengestellt, um die Aufgabe gemeinsam mit Künstlern aus verschiedenen Genres zu übernehmen, darunter Schauspiel, Architektur, Gesang, bildende Kunst, Klangkunst sowie Fotografie und Film.

„Kunst und Kultur haben eine gut dokumentierte gesundheitsfördernde Wirkung – sowohl bei akuten Krankheiten als auch bei der Rehabilitation nach Krankheiten. Wir möchten sicherstellen, dass der Patient und die Angehörigen dieses Tool auch während ihres Aufenthalts im Zimmer nutzen können und dass die Angehörigen der Gesundheitsberufe nun die Möglichkeit haben, Kulturmedizin im direkten Patientenkontakt einzusetzen“, sagt Chefarzt Per Thorgaard.

Die meisten der teilnehmenden Künstler sind Nordjyder (Nordjüten), mit Ausnahme des bekannten Schauspielers Thure Lindhardt, der sich an der Initiative beteiligte, als er an einer Debatte über den Wert von Kunst in Krankenhäusern teilnahm, die von der Region Nordjylland für das diesjährige Kulturtreffen in Mors organisiert wurde, schreibt die Region in der Pressemitteilung.

„Ich habe große Ehrfurcht vor dieser wichtigen und einzigartigen Gelegenheit, die besondere Kunst zu schaffen, die sie für Menschen mit Bedürfnissen schaffen soll, die die meisten von uns nicht kennen. Es ist eine große und schwierige Aufgabe, die nur mit großer Demut angegangen werden kann. Und ich freue mich darauf, in Nordjylland mit Künstlern und Gesundheitsakteuren zusammenzuarbeiten, um etwas zu schaffen, das hoffentlich sowohl sehr lokal als auch zeitlos wirkt“, sagt Thure Lindhardt.

Die Arbeiten zur Renovierung der beiden neuen Patientenzimmer des Universitätsklinikums Aalborg beginnen am 1. Dezember. Ziel ist es, einen patientenfreundlichen und dynamischen Rahmen mit kulturellen Angeboten direkt aus den Zimmern zu schaffen. Die Initiativen werden von den beiden Pools der Regionalräte finanziert, der Kulturpool und der Kultur- und Gesundheitspool. Zusammen haben die beiden Pools 12 Initiativzuschüsse in Höhe von insgesamt 4,1 Mio. Kronen (550.865 Euro) gewährt.

Dieses ist jedoch nicht das erste Mal, dass das Gesundheitssystem und das Kulturleben Nordjyllands zusammenarbeiten. Am Mittwoch, den 23. September, wurde das Projekt Sygt Sundt Teater uraufgeführt. Das Projekt, eine Zusammenarbeit zwischen dem Vendsyssel Teater, dem TV2 Nord und der Region Nordjylland, konzentriert sich auf Erfahrungen und psychische Gesundheit in einer Zeit, in der es vielen schwer fällt. „Dies ist ein Beispiel dafür, dass wir in der Kultur jemandem, der möglicherweise Schwierigkeiten hat und krank ist, das Leben ein wenig erleichtern können“, sagt der Direktor des Vendsyssel-Theaters, Lars Sennels, bevor er hinzufügt, dass das Projekt dieses hoffentlich auch kann.

Das unterschiedliche Zusammentreffen von Gesundheit und Kultur begann rasant, als im September zum ersten Mal in der dänischen Geschichte eine Theateraufführung live in den Krankenzimmern übertragen wurde.

von

Günter Schwarz – 25.11.2020