(Brobyværk) – Die Entdeckung einer großen Menge von Münzen auf einem Feld in der Nähe von Brobyværk ist selten, und diese stellten zu seiner Zeit ein großes Vermögen dar. Unter dem Erdboden des südlichen Fyns (Fünen) war auf einem Feld seit mehreren hundert Jahren ein großer Schatz verborgen.

Er wurde entdeckt, als Claus Gundersen mit seinem Metalldetektor vorbeikam. Mit Pieptönen und mit einem Lachen legte er eine Handvoll Wikinger-Münzen aus dem Untergrund frei, und als sie auftauchten, war Claus Gundersen für einen Moment wie gelähmt. „Es ist großartig, als erster etwas zu berühren, das seit über 1.000 Jahren im Boden liegt. Als es passierte, erstarrte ich völlig und hatte eigentlich keine Ahnung, was ich eigentlich tun sollte – und deshalb blieb ich eine Zeit lang bei dem Schatz, ohne ihn auszugraben“, sagt er.

Der Detektorläufer rief das Øhavsmuseet (Archipel-Museum) in Faaborg an, und als laut Museumsinspektor Nicolai Garhøj Larsen eine Untersuchung stattfand, die über das Übliche hinausging, dauerte es nicht lange, bis er auf dem Feld ankam. Zu jedermanns großer Überraschung stellte sich heraus, dass in dem Boden mehr als nur eine Handvoll Münzen bewahrt waren. Unter dem Mulch befand sich ein bis zum Rand gefüllter Tonkrug. Und nach einigem Graben erschien ein weiterer Krug. Mit rund 800 Münzen erwies es sich als Fyns zweitgrößter Schatz aller Zeiten.

„Es ist großartig. Man findet so selten große Münzschätze. Ich hätte nie gedacht, dass ich so etwas erleben würde. Ansonsten ist es nur etwas, worüber man vielleicht liest“, sagt der Museumsinspektor. Es ist noch nicht bekannt, warum der Schatz begraben wurde, aber einige der Vermutungen lauten, dass es sich um ein Raub handeln könnte oder dass die Person, die ihn versteckt hat, verstorben sein könnte.

Es ist jedoch sicher, dass es zu der Zeit ein Vermögen war, das einer mächtigen Person gehört haben musste. Darüber hinaus findet es das Museum interessant, dass sich der Schatz in einem Gebiet befand, in dem zuvor noch keine Funde aus der Wikingerzeit gemacht wurden. Es wird daher angenommen, dass dort weitere Entdeckungen gemacht werden können.

Die Entdeckung war eine großartige Erfahrung für Claus Gundersen, der diesen Sommer seine ersten Erfahrungen als Detektorläufer gemacht hat. „Ich habe angefangen, weil ich ein großes Interesse an der Antike habe und weil es ziemlich stressfrei ist, mit einem Detektor zu arbeiten. Dass ich schon diesen Herbst einen riesigen Schatz gefunden habe, ist völlig unglaublich“, sagt er.

Die Münzen und Krüge werden jetzt im Museum aufbewahrt, wo sie derzeit gereinigt werden, damit sie weiter untersucht werden können. Basierend auf einer schnellen und vorläufigen Einschätzung wird angenommen, dass es sich um englische Münzen handelt, die vom Wikingerkönig Svend Estridsen geprägt wurden, was den Schatz auf das Ende der Wikingerzeit um das Jahr 1.050 datieren würde.

Svend Estridsen (1019 – 1076) war dänischer König von 1047 bis zu seinem Tod 1076 und wurde in England als Sohn von Ulf Thorgilsson und Estrid Svendsdatter geboren.

Der Fund ist ein „Danefæ“ und wird daher laut Gesetz nach seiner Registrierung dem Nationalmuseum in København übergeben.

von

Günter Schwarz – 27.11.2020

Foto: Archivbild