„Für Cyberkriminelle ist der beliebte Handelstag Ende November, der ,Black Friday‘ eine ,Do-it-yourself-Plattform‘ mit zahlreichen Möglichkeiten“, sagt ein Experte.

Einer der großen Einkaufstage des Jahres, der „Black Friday“, ist am heutigen 27. November. Bei einigen Einzelhändlern haben die Sonderangebote sogar bereits mit der „Black Week“ begonnen. Ob nun online oder in Geschäften, Verbraucher und Einzelhändler haben sich auf ein gutes Geschäft vorbereitet. Sie sind jedoch nicht die einzigen – auch Cyberkriminelle bereiten sich ebenso darauf vor, das Geld von ahnungslosen Opfern abzuzocken. Dieses schreibt das Cybersicherheitsunternehmen Bitdefender.

Cyberkriminelle suchen genauso nach guten Angeboten wie die Verbraucher.Der Unterschied ist nur, dass für die Kriminellen das Gute alle Chancen sind, die sich an einem Tag wie dem „Black Friday“ ergeben. „Es ist viel Geld, das den Besitzer wechselt, Sonderangebote werden oft per E-Mail verschickt, die Angebote sind zeitlich begrenzt, was die Menschen impulsiver macht“, sagt die Sicherheitsexpertin Liviu Arsene bei Bitdefenders in einer Pressemitteilung.

Was ist der „Black Friday“?

  • Der „Black Friday“ ist die informelle Bezeichnung für den Freitag nach Thanksgiving in den Vereinigten Staaten, d. h. den Freitag nach dem vierten Donnerstag im November. Oft wird der Tag als Beginn des Weihnachtseinkaufs angesehen.
  • Der Name stammt aus der amerikanischen Stadt Philadelphia, wo er zuerst verwendet wurde, um den starken Verkehr von Fußgängern und Autos zu beschreiben, der am Tag nach Thanksgiving stattfand.
  • Später führte der Einzelhandel eine alternative Erklärung ein, die besagte, dass Einzelhändler von Januar bis November im Allgemeinen kein Geld verdienten und der „Black Friday“ ein Zeichen für den Wendepunkt war, an dem sie anfingen, schwarze Zahlen zu schreiben.

Laut der Vereinigung für dänischen Internethandel wurden 2019 am „Black Friday“ mehr als 750 Mio. Kronen (100,76 Mio. Euro) online gekauft, und das macht den Tag einfach zu einer absolut lukrativen Gelegenheit für Cyberkriminelle.

„Aus der Sicht eines Cyberkriminellen ist die Zeit um den ,Black Friday‘ fast eine reine ,Do-it-yourself-Plattform‘ mit zahlreichen Möglichkeiten, Menschen um ihr Geld zu betrügen“, sagt Liviu Arsene. Denken Sie an die digitale Sicherheit bei der Suche nach Sonderangeboten.

Viele Verbraucher nutzen den „Black Friday“, um auch ihre Weihnachtsgeschenke zu einem günstigen Preis einzukaufen. Aber selbst wenn das Netz mit guten Angeboten fast überfüllt ist, ist es wichtig, tief durchzuatmen und Ruhe zu bewahren. „Mit einer tickenden Uhr, die in Form von zeit- oder mengenbegrenzten Angeboten über Ihrem Kopf hängt, werden einige leider jede gute digitale Sicherheit über Bord werfen, um ein Schnäppchen zu machen“, sagt Liviu Arsene.

Im Folgenden haben wir fünf Tipps zusammengestellt, die Sie berücksichtigen sollten, um sicher in den Online-Einkauf einzusteigen:

Fünf Tipps zum Online-Shopping am „Black Friday“:

  • Halten Sie sich an das, was Sie wissen – viele haben Online-Shops und soziale Medien schon länger im Auge, um die besten Angebote zu finden. Wenn Sie auf einen Link in einer E-Mail oder auf einen Beitrag auf Facebook stoßen, stellen Sie also sicher, dass der Link von einem echten Einzelhändler stammt. Mit den vielen im Umlauf befindlichen Angeboten wird es sicherlich auch Phishing-Angriffe geben, bei denen die Kriminellen vorgeben, ein Händler mit einem guten Angebot zu sein. Bevor Sie auf den Link klicken, ist es möglicherweise eine Idee, das Angebot direkt auf der Website des Händlers zu finden. Wenn es sich um einen Händler handelt, den Sie nicht bereits kennen, suchen Sie im Internet nach Werbung. Wenn Sie immer noch im geringsten Zweifel sind, klicken Sie nicht auf den Link.
  • Verwenden Sie das E-Zeichen – Das E-Zeichen ist ein Zertifizierungsschema für dänische Online-Shops, das den Verbrauchern garantiert, dass sie auf der entsprechenden Seite sicher einkaufen können. Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob ein Webshop die Marke hat, können Sie auf der Website der E-Marke, emaerket.dk, danach suchen.
  • Wechseln Sie zu eindeutigen Kennwörtern. Indem Sie eindeutige Kennwörter für alle Konten in verschiedenen Online-Shops verwenden, stellen Sie sicher, dass Kriminelle, die ein Kennwort für ein Konto erhalten haben, es nicht für ein anderes Konto verwenden können.
  • Aktivieren Sie die 2-Faktoren- oder die Multi-Faktor-Authentifizierung. – Selbst wenn die Kriminellen Ihre Anmeldeinformationen erhalten haben, schützt die Zwei-Faktor-Authentifizierung Sie davor, dass Geld von Ihrem Konto abgebucht wird, und macht Sie auf diesbezügliche Versuche aufmerksam.
  • Zahlungskartenbenachrichtigungen – Richten Sie nach Möglichkeit Benachrichtigungen für Ihre Zahlungskarten ein, damit Sie bei Verwendung eine SMS erhalten. Auf diese Weise erkennen Sie sofort, ob Cyberkriminelle Ihre Zahlungsinformationen erhalten haben, so dass Sie diese so schnell wie möglich stoppen können.

von

Günter Schwarz – 27.11.2020

Foto: Archivbild