(Kiel) – Samstagabend lösten Polizeibeamte eine nicht angemeldete Versammlung in der Holstenstraße auf. Die Beamten waren zuvor beleidigt und mit Feuerwerkskörpern beworfen worden. Bei der Auflösung kam es seitens der Polizei zum Einsatz von Pfefferspray.

Gegen 17:35 Uhr meldete ein Passant einen Demonstrationszug mit 30 bis 50 Teilnehmern, der sich durch die Holstenstraße, vom Alten Markt in Richtung Bahnhof bewegte. Die Teilnehmer führten Transparente mit sich, die den Hamburger G20-Gipfel aus 2017 thematisierten.

Die ersten vor Ort eingetroffenen Streifenwagenbesatzungen versuchten zunächst Kontakt mit den Versammlungsteilnehmern aufzunehmen, um einen geregelten Ablauf des Demonszrationszuges zu gewährleisten. Diese ignorierten die Ansprache der Beamten, beleidigten sie und zogen an ihnen vorbei. Kurz darauf wurden von den Demonstranten mehrere Feuerwerkskörper in Richtung der Beamten geworfen, die in ihrer unmittelbaren Nähe explodierten.

Die Beamten setzten daraufhin Pfefferspray ein und nahmen sechs Personen kurzfristig in Gewahrsam. Der Rest der Versammlungsteilnehmer entfernte sich daraufhin in unterschiedliche Richtungen.

Zusätzlich eingesetzte Streifenwagenbesatzungen konnten noch weitere vier Versammlungsteilnehmer im näheren Umfeld feststellen und -nehmen. Die drei Frauen und sieben Männer im Alter zwischen 18 und 43 Jahren wurden nach der Personalienfeststellung aus den polizeilichen Maßnahmen entlassen.

Die Beamten fertigten eine Anzeige unter anderem wegen des Verdachts des Landfriedensbruchs, des Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, der versuchten gefährlichen Körperverletzung und der Beleidigung.

Polizeibeamte wurden bei dem Einsatz nicht verletzt. Die Hinzuziehung von Rettungswagen wurde von den Versammlungsteilnehmern abgelehnt. Ob jemand von ihnen im Rahmen des Einsatzes verletzt wurden, kann nicht gesagt werden.

Das Kommissariat 5 der Bezirkskriminalinspektion Kiel hat die Ermittlungen aufgenommen.

Quelle: Pressemitteilung der Polizeidirektion Kiel vom 30.11.2020 um 14:29 Uhr

überarbeitet und veröffentlicht von

Günter Schwarz – 30.11.2020

Foto: Archivbild