(Aabybro) – Eine zunehmende Robbenpopulation führt dazu, dass sich die Tiere neue Jagdgebiete suchen, was unter anderem über die Jagdmöglichkeiten der Angler in Ryå einschränkt.

Ulrik Schou und sein Sohn Bertram machen einen Angelausflug. In den letzten Jahren haben Vater und Sohn viele Stunden am Ufer der Ryå in der Nähe von Aabybro auf Vendsyssel-Thy verbracht. „Es ist wirklich schön, hier rauszukommen und diese guten Erfahrungen in der Natur zu machen, weil es diese kleine Au gibt, in der man die Möglichkeit hat, einen Fisch zu fangen“, sagt Ulrik Schou.

Aber es dauert allmählich länger und länger zwischen den Fängen und bis ein Fisch in den Haken beißt. Und laut der Angler hat es alles damit zu tun, dass Robben weiter hinauf in die Ryå eindringen und den Fischbestand fressen.

„Besonders in diesem Jahr, in dem wir mehrfach Robben in der Au registriert haben, ist der Fischbestand erheblich zurückgegangen“, sagt Bertrams Vater. Die Robben schwimmen von der Aumündung im Limfjord die Ryå hinauf und finden es leicht, im engen Gewässer Nahrung zu finden.

Dies ist auch die Klage des Angelverbandes Sportsfiskersammenslutningen Nedre Ryå (SNR), der den nordjütländischen Wasserlauf zum Fangen von Barschen und Muscheln nutzt. „Es besteht kein Zweifel, dass Robben besser fischen können als wir normalen Angler, daher nehmen sie uns einen großen Teil des Fischbestands weg“, sagt Ole Troldborg, Vorstandsmitglied bei SNR und Angler.

Laut einem Experten ist die Robbenpopulation in den letzten Jahren gewachsen. „Es gibt immer mehr Robben, und es ist lange her, dass wir Robbenpest hatten, also haben wir eine hohe Robbenpopulation. Und dann nutzen sie natürlich die vorhandenen Nahrungsressourcen“, sagt Ivar Høst. Er ist Wildtierberater bei der Naturstyrelsen (Naturbehörde).

„Jedes Tier wird sich so wenig wie möglich bemühen, Futter zu finden, das es jetzt benötigt, und dieses gilt auch für die Robben. Wenn es also oben in den Auen und anderen Gewässerläufen leicht zugängliche Nahrung gibt, dann schauen sie dort nach oben“, erläutert er.

Und während das Gespräch zwischen Ulrik Schou und Ole Troldborg am Ufer von Ryå stattfindet, taucht plötzlich die Hauptfigur des Tages auf.

Es besteht also kein Zweifel: Es gibt Robben in der Au.

Robben sind auch in anderen dänischen Flussläufen. So wurde schon die Erlaubnis erteilt, die Robbenpopulation in anderen Auen zu regulieren, aber für den Sportfischerverband Nedre Ryå war es noch nicht möglich, eine Erlaubnis zu erhalten.

„Es geht nicht darum, viele Robben zu schießen, sondern nur darum, die Robben zu regulieren, die so weit die Au hinauf wie hier oder nach Brønderslev gehen“, sagt Ole Troldborg. Auf diese Weise hoffen die Angler aus Aabybro, dass das Angeln noch viele Jahre möglich sein wird. „Ich hoffe sehr, dass wir zu dem zurückkehren können, was wir letzte Saison hatten, als es einfach keine Robben in unseren Bächen gab. So können wir wieder raus und viele gute Erlebnisse und Fänge mit ubserem Angeln machen“, sagt Ulrik Schou.

von

Günter Schwarz – 30.11.2020

Fotos: Sportsfiskersammenslutningen Nedre Ryå