(Geltinger Bucht) – Bei der Suche nach herrenlosen Fischernetzen in der Geltinger Bucht haben Forschungstaucher laut der Umweltschutzorganisation WWF eine Enigma-Verschlüsselungsmaschine aus dem 2. Weltkrieg gefunden. Die deutsche Kriegsmarine versenkte bei Kriegsende im Mai 1945 dutzende U-Boote, um sie nicht den Alliierten in die Hände fallen zu lassen.

„Wir vermuten, dass die Enigma im Zuge dieses Ereignisses über Bord gegangen ist“, sagte Florian Huber, Unterwasserarchäologe und Taucher des Teams, das im Auftrag des WWF im Einsatz war und die Chiffriermaschine, die zum Verschlüsseln von Nachrichten diente und deren Code lange nicht zu knacken war, fand.

Das Verschlüsseln von Nachrichten im Funkverkehr mit den U-Booten war im Zweiten Weltkrig von großer Bedeutung, wofür die die deutsche Marine zur geheimen Kommunikation vor allem die Chiffriermaschine Enigma einsetzte.

„Obwohl diese Maschinen damals in sehr hoher Stückzahl produziert wurden, sind sie heute sehr selten und historisch bedeutsam“, teilte die WWF am Dienstagabend mit. Bei derartigen Funden arbeitet die Umweltschutzorganisation eng mit den archäologischen Landesämtern und dem Munitionsbergungsdienst von Mecklenburg-Vorpommern zusammen.

Im November waren Forschungstaucher einer Kieler Firma in der Geltinger Bucht im Auftrag des WWFim Wasser gewesen, um sogenannte Geisternetze zu bergen. Diese herrenlose Fischernetze, die eine tödliche Falle für Fische, Meeressäuger und Seevögel darstellen und belasten als Plastikmüll die Meere. Eines dieser herrenloses Fischernetze hatte sich auf dem Meeresboden an der Enigma verfangen.

Die Enigma wird der Restaurierungswerkstatt des Museums für Archäologie in Schleswig übergeben, wo sie weiter untersucht und konserviert wird.

von

Günter Schwarz – 02.12.2020

Foto: Florian Huber/submaris/dpa