(Faxe) – Eine Sonderausstellung über den Zweiten Weltkrieg hat Menschen dazu gebracht, Vandalismus gegen das Museum Østsjælland zu begehen. Und es ist nicht das erste Mal, dass ein umstrittenes Banner mit Hakenkreuz in Stücke geschnitten wurde.

Die Sonderausstellung des Museums Østsjælland „Krigen & Klimakrisen“ (Der Krieg und das Klima) in Faxe bringt die Gefühle mancher Menschen zum Kochen. Die Ausstellung handelt von der deutschen Besetzung Dänemarks während des Zweiten Weltkriegs und ist auf dem Museumsgebäude mit einem Banner mit einem Hakenkreuz neben Dannebrog gekennzeichnet.

Am Freitagabend um halb sieben kletterten vier Personen auf das Dach des Museums und schnitten das Banner in Stücke. Dasselbe geschah bereits Ende August, als das 43 Meter lange Banner in Stücke geschnitten wurde. Gleichzeitig wurde ein Stahldraht mit dem am Gebäude hängenden Banner so geschnitten, dass es abstürzte.

„Es ist das gleiche Banner, was eingeschnitten und zerstört wurde“, sagt Museumsdirektor Peter Gravlund Nielsen.

Nach dem Vandalismus im August hatte das Museum eine Videoüberwachung eingerichtet, und deshalb weiß der Direktor, wann und wie viele den Vandalismus begangen haben. Die Aufnahmen wurden der Polizei übergeben, teilt Peter Gravlund Nielsen mit.

Vier Personen sind am Freitagabend auf das Dach des Museums geklettert und haben das Banner in Stücke geschnitten. Dieses zeigt die Videoüberwachung des Museums.

Dass dieses nun das zweite Mal ist, dass mit Vandalismus reagiert wurde, kann das Museum nicht verstehen. „Ich bin der Meinung, dass wir als Museum eine sachliche und gute Herangehensweise an unsere Geschichte haben. Das ist es, worüber wir den Menschen und der Welt erzählen wollen. Daher freuen wir uns jedes Mal, wenn wir zu einer zeitgenössischen gesellschaftlichen Debatte beitragen können. Wir sind nur traurig, dass die Ausdrucksform derer, die etwas dagegen haben, Vandalismus ist“, sagt Peter Gravlund Nielsen.

Wie der Museumsdirektor beim ersten Vandalismus ausdrückte, glaubt er immer noch, dass es falsch ist, Symbole wie ein Hakenkreuz zu verstecken, obwohl sie etwas Negatives darstellen und etwas, das wir absolut nicht mögen, und er sagt dazu: „In diesem Punkt stimmen wir den Vandalen zu, dass wir den Nationalsozialismus auch nicht mögen. Wir halten es jedoch für eine falsche Entscheidung, solche Symbole zu verbergen. Sie geben denen mehr Wert, die ihnen einen positiven Blickwinkel geben. Es ist wichtiger, sie ans Licht zu bringen, über sie zu sprechen und sie zu diskutieren. Das haben wir uns letztes Mal gedacht, und das tun wir immer noch.“

Auf die Frage, ob ein weiterer Vandalismus den Direktor dazu bringen kann, das Erscheinungsbild des Banners zu ändern, ist die Antwort ganz klar. „Das fällt mir nicht zuerst ein“, lautet es von Peter Gravlund Nielsen. „Ich finde es wirklich problematisch, wenn man den öffentlichen Raum mit Hilfe von Vandalismus gestalten kann. Es ist keine akzeptable Form des Dialogs. Es gibt einen kleinen Monolog darüber.“

Nach dem Vandalismus im August erhielt das Museum Kommentare von einigen Bürgern, die das Banner und die Verwendung des Hakenkreuzes kritisierten. Hier antwortete der Direktor allen und trat auch in einen Dialog mit denen, die es wollten. „Ich habe mich auch mit einem der Kritiker bei einer Tasse Kaffee hier im Museum getroffen, wo wir darüber gesprochen haben. Natürlich waren wir uns nicht einig, aber auf diese Weise können wir uns ein wenig besser verstehen und die Entscheidungen dahinter vertreten. Und genau das wählen sie nicht, wenn sie hochkriechen und in Stücke zerschneiden“, sagt Peter Gravlund Nielsen.

Jetzt wird wieder nach einer Lösung gesucht, um weiteren Vandalismus zu vermeiden. „Jetzt überlegen wir, wie wir das machen können“, sagt Peter Gravlund Nielsen und fügt an: „ So könnte auf dem Gebäude vielleicht ein anderes Banner angebracht werden. Ich weiß es noch nicht, aber wir finden eine Lösung.“

Das 43 Meter lange Banner wurde am Freitag von vier Personen zerstört, wie die Videoüberwachung des Museums zeigt.

Und dann hat der Museumsdirektor nur noch einen letzten Anruf. „Ich kann nur darauf drängen, dass wir völlig offen sind, wenn sie einen Dialog oder eine Debatte wünschen. Wir fügen gerne Haus und Kaffee hinzu“, sagt er. „Und dann möchte ich diese vier Personen zu einem Gespräch über das Problem einladen. Wenn sie der Meinung sind, dass dieses eine so schlechte Idee ist, biete ich ihnen gerne einen guten, heißen Kaffee an. Wenn sie mit mir sprechen möchten, können sie es gerne tun, und dieses könnte auch völlig anonym erfolgen.“

Die Sonderausstellung Krigen & Klimakrisen erzählt aus lokaler Sicht von der Besetzung während des Zweiten Weltkriegs. Sie kann bis zum 31. März 2022 besucht werden.

von

Günter Schwarz – 02.12.2020

Fotos: Museum Østsjælland