(Rendsburg) – Bedauerlicherweise kommt es in allen sozialen Schichten nahezu täglich irgendwo im Land zu physischer und psychischer Gewalt in Ehen und Lebensgemeinschaften, unter denen zumeist die Frauen und Kinder großes Leid ertragen.

Und Gewalt hat viele Gesichter! – Im vergangenen Jahr wurden nur in Schleswig-Holstein 3.874 Fälle bekannt, in denen Frauen von ihren Partnern Gewalt angetan wurde. Frauenhäuser, von denen es in Schleswig-Holstein 16 Häuser mit 319 Plätzen gibt, sind sichere Notunterkünfte für die betroffenen Frauen und ihre Kinder.

Am heutigen Mittwoch eröffnete Schleswig-Holsteins Innenministerin Sabine Sütterlin-Waack (CDU) ein neues Frauenhaus in Rendsburg, womit bei gleicher Platzzahl von 22 Personen die Qualität der Unterbringung und die Betreuungsmöglichkeiten für die Frauen deutlich verbessert wurde, wie die Ministerin bei der Schlüsselübergabe sagte. „In unseren Frauenhäusern sollen die Betroffenen zur Ruhe finden, Kraft schöpfen und den Mut für einen Neubeginn sammeln können“, sagte die Ministerin.

Andrea Gonschior, die Leiterin des Rendsburger Frauenhauses, dankte mit den Worten: „Wir freuen uns, dass die Frauen und ihre Kinder jetzt in einem freundlichen hellen Haus auf angemessenem Raum Schutz und Ruhe finden, um neue Perspektiven entwickeln zu können.“

Das Frauenhaus ist rund um die Uhr erreichbar und unterstützt bei den anfallenden organisatorischen Aufgaben, um Frauen und ihren Kindern auf dem Weg in ein gewaltfreies, selbst bestimmtes Leben zu begleiten.

Der neue Ersatzbau des alten Hauses, in das die Frauen noch vor Weihnachten umziehen können, kostete etwa 2,1 Millionen Euro. Etwa die Hälfte davon brachte das Land aus dem Investitionsprogramm „Impuls“ und aus der Förderung des sozialen Wohnungsbaus auf.

von

Günter Schwarz – 02.12.2020

Foto: Archivbild