Die Kontamination der Generationen wurde mit Genehmigung der damaligen Behörden durchgeführt. Hier sind die drei Generationenverschmutzungen in Syd- og Sønderjylland (Süd- und Südjütland):

Kærgård Dünenanlage an der Nordsee zwischen Grærup und Henne: Von 1957 bis 1973 wurden über einen Zeitraum von 17 Jahren auf 286.000 Quadratmeter Abwasser aus dem ehemaligen Kraftwerk Grindsted in einer Menge von zwei bis drei Tankschiffen pro Tag abgelassen. Das Abwasser wurde in Gruben abgelassen, bei denen es sich um große Aushublöcher handelte. Die Abwässer enthielten bis zu 1.160 verschiedene Substanzen aus der Herstellung von Vitaminpillen und Arzneimitteln, darunter Quecksilber, Cyanid, Benzol und chlorierte Lösungsmittel. Im Laufe der Zeit sind große Mengen der verschmutzten Substanzen ins Grundwasser und von dort in die Nordsee gelangt. Die Kosten für eine Reinigung des Grundwassers unter den Gruben wird auf etwa 100 Millionen Kronen (13,436 Mio. Euro) geschätzt.

Große Teile der Dünenantage sind für die Öffentlichkeit gesperrt.

Grindsted Verschmutzung: Von 1924 bis Mitte der 1970er Jahre lagerte das ehemalige Kraftwerk Grindsted an mehreren Orten in und um Grindsted feste und flüssige Abfälle aus der Herstellung von Vitaminen und Arzneimitteln ab. Die vier Hauptverschmutzungsquellen sind das Grabendepot, das Fabrikgelände, der Entwässerungsgraben und die Deponie südlich der Stadt, aber die stärkste Verschmutzung umfasst das Fabrikgelände. Im Laufe der Zeit hat sich die Verschmutzung über das Grundwasser in große Teile der Stadt und in die Grindsted Å ausgebreitet. Beispielsweise transportiert das Grundwasser jedes Jahr 235 Kilogramm des krebserregenden Vinylchlorids in die Au. Es wird geschätzt, dass die Reinigung einen größeren dreistelligen Millionenbetrag kosten wird.

Die Technische Universität Dänemark, DTU, schätzt, dass der größte Teil der wasserlöslichen Verschmutzung durch das Werksgelände des ehemaligen Kraftwerks Grindsted jetzt im Bereich zwischen der Innenstadt und der Grindsted Å liegt.

Himmark Strand, Nordals (Nordalsen): Von etwa 1950 bis 1967 deponierte Danfoss bis zu 52.000 Kubikmeter Abfall und 700.000 Liter Abwasser am Himmark Strand in Nordals. Die Abwasser enthielten chlorierte Lösungsmittel, Öle und Schwermetalle. Studien aus der Region Syddanmark (Süddänemark) im Jahr 2019 zeigten, dass sich am Strand rund 300 Tonnen Öl und vier Tonnen chlorierte Lösungsmittel befinden. Im Laufe der Zeit sind große Mengen ins Grundwasser und von dort ins Meer gelangt. Es wird geschätzt, dass die Sanierung rund 127 Mio. Kronen (17,063 Mio. Euro) kosten wird. Die gesamte Verschmutzung wurde zu seiner Zeit mit Genehmigung der Behörden zugelassen.

Nach der Entdeckung von Vinylchlorid wurde am Himmark Strand auf Nordals ein Badeverbot ausgresprochen.

von

Günter Schwarz – 06.12.2020

Foto: Archivbild