(Lübeck) – Am Montagnachmittag, dem 07.12.2020, hat die Polizei nach einem Hinweis in einer Wohnung in Lübeck St. Jürgen mehrere Rückstände von Chemikalien aufgefunden. Um eine etwaige Gefährdung auszuschließen, wurde das betroffene Mehrfamilienhaus kurzfristig evakuiert, die Ratzeburger Allee teilweise gesperrt und der Gefahrgutzug der Berufsfeuerwehr Lübeck für den Abtransport der Stoffreste alarmiert. Um welche Art Stoff es sich genau handelt, wird aktuell geprüft.

Gegen 15:30 Uhr ging bei der Polizeileitstelle die Meldung ein, dass ein Mitarbeiter eines Lübecker Labors in seiner Wohnung Chemikalien vermischt habe, um diese in dem Labor weiter zu verarbeiten. Nach einer ersten Einschätzung lagen Hinweise vor, dass es sich bei dem Endprodukt um einen cyanidhaltigen Stoff handeln könnte. Eine vermischte, noch nicht endverarbeitete Substanz wurde im Labor sichergestellt.

Bei einer anschließenden Durchsuchung in der Ratzeburger Allee konnten Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr Restanhaftungen von Chemikalien an Gegenständen in der Wohnung eines 21-jährigen Lübeckers feststellen. Der Gefahrgutzug der Berufsfeuerwehr Lübeck sicherte die Stoffreste und verbrachte sie zu einem entsprechend geschützten Depot. Während der Bergung der Stoffe wurde das betroffene Mehrfamilienhaus kurzfristig evakuiert, die Ratzeburger Alle in Richtung Innenstadt gesperrt.

Der 21-jährige Lübecker wurde im weiteren Verlauf einer Lübecker Fachklinik zugeführt. Die Klärung der genauen Hintergründe und strafrechtlichen Relevanz seines Handelns ist Bestandteil der laufenden Ermittlungen. Im Zuge dieser werden auch die sichergestellten Chemikalien zwecks eindeutiger Bestimmung genauer untersucht.

Quelle: Pressemitteilung der Polizeidirektion Lübeck vom 08.12.2020 um 15:09 Uhr

überarbeitet und veröffentlicht von

Günter Schwarz – 08.12.2020

Foto: Archivbild