Juden auf der ganzen Welt feiern das achttägige jüdische Lichterfest Chanukkah, das heute Abend, den 10 Dezember, mit Sonnenuntergang beginnt und am 18. Dezember endet. Das Fest beginnt nach dem jüdischen Kalender am 25. Tag des Monats Kislev, der nach dem Gregorianischen Kalender im November oder Dezember liegt.

Gefeiert wird mit dem Chanukkah die Wiedereinweihnung des zweiten jüdischen Tempels in Jerusalem im Jahr 164 v. Chr nach dem erfolgreichen Makkabäeraufstand der Juden Judäas gegen hellenisierte Juden und dem Sieg über die makedonischen Seleukiden. Das Fest wird immer rund um die Adventszeit gefeiert. Die Chanukkah-Lichter werden an jedem der acht Chanukkah-Abende bei Anbruch der Dunkelheit angezündet.

Die Menora, der siebenarmige Leuchter im Tempel, sollte niemals erlöschen. Nach einer Überlieferung war aufgrund der Kämpfe mit den Seleukiden nur noch ein Krug geweihtes Öl vorzufinden. Dieses Öl reichte für gerade mal einen Tag. Für die Herstellung neuen geweihten Öls wurden aber acht Tage benötigt, und wie durch ein Wunder habe das Licht jedoch acht Tage gebrannt, bis neues geweihtes Öl hergestellt worden war. Daran erinnern die acht Lichter des 8- bzw. 9-armigen Leuchters Chanukkia. Jeden Tag wird ein Licht mehr angezündet, bis am Ende alle acht brennen.

Chanukkah ist primär ein häusliches Fest, an dem sich an den Chanukkah-Abenden die Familien mit Freunden zu ausgelassenen Festen versammeln. Gemeindefeiern sind ebenfalls üblich, die Kinder bekommen Geschenke und Süßigkeiten. Gegessen werden vor allem in Öl gebackene Speisen wie Sufganiyot (Krapfen) oder Latkes (Kartoffeöpuffer) und weitere Spezialitäten der jüdischen Küche.

Nach dem Anzünden der Lichter werden Maos Zur und weitere Chanukkahlieder gesungen. Ursprünglich wurden die Lichter nur in den Häusern angezündet, später auch in den Synagogen und öffentlich auf Plätzen.

Literarische Erwähnung findet das Chanukkah-Fest unter anderem bei Heinrich Heine. In seiner Denkschrift für Luwig Börne schildert Heine einen Spaziergang der beiden Schriftsteller jüdischer Herkunft durch die winterliche Frankfurter „Judengasse“, die später nach der Aufhebung des Ghettozwangs für Juden „Börnsenstraße“ hieß und bis zur Machtergreifung der Nationalsozialisten das Zentrum jüdischen Lebens in Frankfurt/M. blieb.

Nach der Zerstörung der Stadt wurde die „Börnsenstraße“ nicht wieder hergerichtet und ging größtenteils in den Straßenbau „An der Staufenmauer“ auf.

von

Günter Schwarz – 10.12.2020

Foto: Archivbild