Dänische Künstler müssen keine Verträge mehr für Aktivitäten vorlegen, die im Herbst zu nichts geführt haben. Es wird für die Künstler des Landes, die von der Coronakrise stark betroffen sind, einfacher sein, staatliche Unterstützung zu beantragen. Dieses sagt Kulturministerin Joy Mogensen (Socialdemokraterne) gegenüber der Zeitung „Politiken“, nachdem insbesondere ein spezielles Hilfsprogramm zu diesem Gebahren auf Kritik gestoßen ist.

„Wir haben den ganzen Herbst über daran gearbeitet, uns einen Überblick darüber zu verschaffen, wo sich Probleme befinden. Viele Künstler und insbesondere Musiker finden es schwierig, aus den Hilfsprogrammen Unterstützung zu beantragen. Wir haben jetzt diese Klarheit, und deshalb wird unser Kunstförderungsprogramm jetzt überarbeitet – auch rückwirkend“, berichtet sie der Zeitung.

Professionelle Musiker, Architekten, bildende Künstler, Filmemacher, Schriftsteller, Designer und Profis der darstellenden Künste können sich für das Programm bewerben. Als das Kunstförderungsprogramm bis in den Herbst hinein verlängert wurde, wurden die Regeln verschärft, so dass die Antragsteller Verträge vorlegen mussten, aus denen hervorgeht, dass Jobs aufgrund der Coronabeschränkungen nicht zustande gekommen sind. Diese Regel stieß unter anderem auf Kritik des dänischen Musikerverbandes, der der Ansicht ist, dass es den Musikern unmöglich ist, solche Verträge vorzulegen.

Anders als zu Beginn der Coronakrise haben die Musiker keine Buchungen im Kalender, und daher gibt es keine Verträge, die sie vorlegen können. Nachtclubs sind seit März geschlossen, Festivals wurden abgesagt, und es gab nicht viele Schul- und Firmenfeiern.

Im September und Oktober haben 43 Personen Unterstützung durch das Hilfspaket erhalten. Aber jetzt werden die Regeln geändert, damit mehr Künstler unterstützt werden können. Die Antragsteller müssen sich jedoch weiterhin auf der Grundlage eines Bezugszeitraums bewerben, damit ein deutlicher Rückgang nachzuweisen ist. Und sie müssen es so machen, dass nachzuvollziehen ist, dass der Rückgang auf die Coronabeschränkungen zurückzuführen ist.

„Aber als Musiker zum Beispiel wird es Ihnen nicht schwer fallen, würde ich sagen“, sagt Kuturministerin Joy Mogensen zu „Politiken“. Der Bezugszeitraum, auf den sie sich beziehen sollen, muss ein entsprechender Zeitraum aus den letzten drei Jahren sein.

Die Kulturministerin bedauert, „dass sie sich die Zeit genommen hat“, um das System zu ändern. Sie geht davon aus, dass die rückwirkenden Anträge ab nächster Woche eingereicht werden können. Demnach können auch Künstler Unterstützungsanträge stellen, die sich zuvor erfolglos darum beworben haben.

von

Günter Schwarz – 11.12.2020

Foto: Archivbild