(Wien) – Die Wiener Polizei deckte ein Netzwerk von organisierter Kriminalität, rechtsextremer Szene und Waffenhandel auf, deren Dimension selbst die Ermittler überraschte. Mit Geld aus dem Drogenhandel wurden Waffen beschafft, die für Deutschland bestimmt waren. Laut Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) war das Kriegsgerät für die rechtsextreme Szene in Deutschland bestimmt, „um eine rechtsradikale Miliz“ aufzubauen.

Bei einer Hausdurchsuchung in Österreich wurden in den letzten drei Tagen Uzis, Sturmgewehre und Munition und ein Container mit weiteren Waffen, Munition und Sprengstoff sichergestellt. Am Freitag wurden in einer Lagerhalle in Niederösterreich rund 100.000 Schuss Munition und zahlreiche Langwaffen gefunden.

Innenminister Nehammer informierte am Samstag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Wiener Landespolizeipräsidenten Gerhard Pürstl und Oberst Michael Mimra über die Ermittlungen.

Dem Netzwerk war das Wiener Landeskriminalamt (LKA) im Zuge von Drogenlieferungen aus Deutschland im Oktober auf die Spur gekommen. Fünf Festnahmen in Österreich und zwei in Bayern waren die Folge, hieß es am Samstag vom stellvertretenden Leiter des LKA, Michael Mimra. Auch in Nordrhein-Westfalen wird in diesem Fall ermittelt

Bei den seit Oktober laufenden Ermittlungen wegen Drogenlieferungen aus Deutschland ergaben diese, dass mit den Erlösen Waffen angekauft wurden, die für deutsche Rechtsextremisten bestimmt waren.

Hauptverdächtiger ist ein 53-jähriger polizeibekannter und vorbestrafter Österreicher, der mit mehreren Mittätern den Handel aufgezogen haben soll. Namen und Details zu den Personen wollte die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen nicht nennen. Es befänden sich aber Personen darunter, deren Verbindungen zum Rechtsextremismus bekannt seien.

Mimra betonte, dass nun viel Arbeit auf die Kriminalisten warte. Jedes einzelne Stück müsse kriminaltechnisch untersucht werden.

von

Günter Schwarz – 12.12.2020

Fotos: Landeskriminalamt Wien