Schleswig-Holstein wird eine mögliche Deponie für hochradioaktiven deutschen Atommüll. Die sønderjyske (südjütischen) Kommunen und die Region Syddanmark (Süddänemark“ senden einen gemeinsamen Nein-Danke-Brief: Nein danke zu deutschem Atommüll nahe der dänischen Grenze!

Dieses ist die klare Botschaft in einem gemeinsamen Brief der Region Syddanmark und der vier sønderjyske Kommunen Aabenraa, Sønderborg, Tønder und Haderslev. Am Dienstag wurde der Brief an die deutschen Behörden geschickt, die sich mit der Deponierung der Abfälle aus den deutschen Kernkraftwerken befasst sind, deren Schließung das Land beschlossen hat.

Die Bundesgesellschaft für Endlagerung hat Schleswig-Holstein als mögliche Enddeponie im Jahr 2031 genannt. „Es geht um hochradioaktiven Atommüll, und jetzt bitten wir Deutschland zu respektieren, dass sein Nachbar im Norden vor vielen Jahren Nein zur Atomkraft gesagt hat, unter anderem aufgrund der Probleme bei der endgültigen Entsorgung der hochradioaktiven Abfälle. Dann sollte es nur angebracht sein, dass sie es dann nicht in ihrem nördlichsten Gebiet nahe Dänemark platzieren“, sagt Stephanie Lose, Vorsitzende der Region Syddanmark von der rechtsliberalen Partei Venstre.

„Mit diesem gemeinsamen Brief senden wir ein starkes Signal an die deutschen Behörden“, sagt sie. Sie sagen: „Nein!“

Hier ist ein Kommentar von jedem der vier Bürgermeister von Südjütland:

Thomas Andresen, Venstre, Aabenraa: „Wir glauben nicht an die deutschen Behörden, sondern sind grundsätzlich gegen hochradioaktive Atommüll in unserer Grenzregion.“

Erik Lauritzen, Socialdemokraterne, Sønderborg: „In Dänemark haben wir uns seit vielen Jahren von der Kernenergie abgemeldet. Wir sind daher ohnehin gegen eine Deponie auf der anderen Seite der Grenze.“

Henrik Frandsen, Venstre, Tønder: „Wir haben einen guten Geist in unserer Grenzzusammenarbeit. Deshalb ist es auch angebracht, dass wir uns so nahe an der dänisch-deutschen Grenze von Atommüll distanzieren.

H.P. Geil, Venstre, Haderslev: „Dieses hat bei Bürgern und Unternehmen in der Grenzregion Besorgnis ausgelöst. Es ist wichtig, dass wir darauf hinweisen, dass wir die Situation verfolgen und dass wir es schätzen, weiterhin über den Prozess informiert zu werden.“

Deutschland hat auch einen Plan zur Entsorgung schwach radioaktiver Abfälle aus stillgelegten Kernkraftwerken in Harrislee, etwa 800 Meter südlich der Grenze.

Quelle: TV SYD – übersetzt und bearbeitet von

Günter Schwarz – 16.12.2020

Foto: TV SYD