(Kiel) – Wie schon in anderen Bundesländern sind nun auch in Schleswig-Holstein Polizisten wegen des Verdachts auf Rechtsextremismus suspendiert worden. Vier Polizisten sollen sich in Chats rassistisch und fremdenfeindlich geäußert haben.

Die Beamten sollen in WhatsApp-Chats menschenverachtende Äußerungen getätigt haben. In den Chats sind Sätze zu finden wie „Alle an die Wand-fertig!“ oder mit Bezug auf einen gewalttätigen Angriff auf einen Politiker: „Was für widerwärtige Untermenschen. Aber die fühlen sich durch die Medien vollkommen legitimiert“. Die Innenministerin Sabine Sütterlin-Waack (CDU) führte noch weitere ähnliche Beispiele an.

In zwei Fällen wurde bei Untersuchungen auch Munition und eine Sammlerwaffe gefunden. Die Handys der Beamten werden weiterhin ausgewertet. Bei der bisherigen Auswertung der Dienststelle für interne Vorgänge und Ermittlungen nur eines Handys seien 23.000 Nachrichten, 55.0000 Bild- und mehr als 3000 Videodateien festgestellt worden. „Wir werden jede einzelne Datei sichten und das dauert“, kündigte Sütterlin-Waack an.

Die Polizisten aus den Polizeidirektionen Kiel und Neumünster seien im Dienst nicht auffällig gewesen, sondern als tüchtige Beamte aufgetreten.

Die vier Beamten wurden vorläufig vom Dienst suspendiert. Darüber informierte Innenministerin Sabine Sütterlin-Waack heute den Innen- und Rechtsausschuss des Landtages.

von

Günter Schwarz – 16.12.2020

Foto: Archivbild