(Brunsbüttel) – Auf dem unter liberianischer Flagge fahrenden Frachtschiff, dem Bulk Carrier „Yeoman Bank“, ist in der Elbmündung ein Seemann verstorben, der sich möglicherweise mit dem Coronavirus infiziert hatte. Laut Havariekommando in Cuxhaven besteht der Verdacht, dass der Mann an Covid-19 erkrankt war.

Als es dem Crewmitglied beim Einlaufen in der Elbmündung plötzlich schlecht ging, versuchten einige Crewmitglieder noch, ihn zu reanimieren. Auch ein per Hubschrauber an Bord gebrachter Notarzt konnte dem Mann nicht mehr helfen.

Der Frachter lief am frühen Morgen im Elbhafen Brunsbüttel ein. Die Besatzung darf das Schiff nicht verlassen. Nach Angaben des Havariekommandos sollen die 27 Seeleute an Bord des Schiffes heute auf das Coronavirus getestet werden, da weitere Besatzungsmitglieder Anzeichen einer Infektion haben.

Mitarbeiter des Kreisgesundheitsamtes Dithmarschen sind vor Ort, die im Laufe des Tages an Bord gehen, um die 27 Seeleute zu untersuchen und Abstriche zu nehmen. Außerdem kümmert sich die Seemannsmission Brunsbüttel um die Besatzung. Man wolle die Seeleute mit Lebensmitteln versorgen und auch psychologisch betreuen, so ein Sprecher der Mission.

Das Löschen der Ladung und die Weiterfahrt des Frachters ist bis auf weiteres untersagt. Der Frachter war auf dem Weg von Glensanda in Großbritannien nach Brunsbüttel. Das Havariekommando Cuxhaven hat die Gesamteinsatzleitung übernommen.

Sollten alle Besatzungsmitglieder negativ getestet werden, könne der Frachter entladen werden und wieder auslaufen, so ein Sprecher des Havariekommandos. Im Falle auch nur eines positiven Testergebnisses müsse eventuell die gesamte Crew ausgetauscht werden. Wann die Testergebnisse vorliegen werden, konnte ein Sprecher des Kreises Dithmarschen noch nicht sagen.

von

Günter Schwarz – 17.12.2020

Foto: Archivbild