Es scheint, dass in Sønderjylland (Südjütland) eine sogenannte Wolfszone eingerichtet wird. Dieses bedeutet, dass Landwirte staatliche Subventionen für wolfssichere Zäune für Felder beantragen können, auf denen Schafe leben.

Jylland (Jütland) ist auf dem Weg eine dritte Wolfszone enzurichten. Es ist das Gebiet von Draved Skov (Draved Wald) zwischen Løgumkloster und Tønder, wo seit dem 3. Oktober dieses Jahres mehrere Wolfsangriffe auf kleinere Haustiere – insbesondere Schafe – stattgefunden haben.

Mehr als 65 Schafe in der Region mussten in diesem Herbst nach Wolfsangriffen sterben. DNA-Tests der infizierten Tiere zeigen, dass es sich um die in Deutschland geborene Wölfin GW1700f handelt, die hinter den Angriffen in dem Gebiet an der Grenze von Deutschland und Dänemark steckt. Dieselbe Wölfin hat im Oktober und November auch Tiere in Schleswig-Holstein angegriffen und bewegt sich seither über die Grenze hin und her.

2012 wurde in Dänemark der erste wilde Wolf seit 200 Jahren gesehen. Seitdem wurden an mehreren Orten in Jylland Wölfe gesichtet, und im Gebiet zwischen Holstebro und Ringkøbing wurden auch Welpen registriert. Die Rückkehr des Wolfes nach Dänemark hat dazu geführt, dass Wolfszonen eingerichtet wurden, Es sind Orte, an denen sich Wölfe niedergelassen haben und an denen die Behörden ein erhöhtes Risiko für Wolfsangriffe auf Haustiere einschätzen.

Die neue Wolfszone in Jylland wird von der Miljøstyrelsen (Umweltschutzbehörde) in einem Bericht über das jüngste Treffen der Wolfsgruppe des Vildtforvaltningsrådets (Wild Verwaltungs Rat) am 20. November erwähnt, bei dem Fragen zu den Wolfsangriffen auf Schafe in Südjütland gestellt wurden. Der Wolf GW1700f hat sich in den letzten Monaten in Norddeutschland und Sønderjylland aufgehalten. Das Gebiet erfüllt nun die Bedingungen für die Ausweisung als Wolfsgebiet, und dieser Prozess wurde eingeleitet, schreibt die Miljøstyrelsen.

Henrik Drøhse hat 460 Schafe. Jetzt erwägt er, Hunde oder Esel als Schutz vor Wolfsangriffen zu testen.

Die Schafzüchter sind nicht begeistert von Aussichten auf eine Wolfszone. Henrik Lausten Drøhse ist einer der Schafzüchter zwischen Tønder und Løgumkloster, der nach zwei Wolfsangriffen im Herbst 19 Schafe verloren hat. Trotzdem ist er nicht begeistert von der Aussicht, dass der Staat das Gebiet als offizielles Wolfsgebiet ausweist, und das bedeutet, dass er vom Staat einen Zuschuss erhalten kann, um in wolfssichere Elektrozäune zu investieren.

Im Winter bewegt er seine 460 Schafe einmal pro Woche auf den umliegenden Feldern. Dieses bedeutet, dass er jedes Mal neue Felder mit einem größeren Zaun als jetzt einzäunen muss, und er glaubt, dass es viel zu teurer sein wird. für ihn, auch wenn es Zuschüsse gibt. „Es ist nicht, weil ich nicht auf meine Schafe aufpassen will, und die Idee ist wirklich gut. Aber wenn wir in eine offiziell ausgewiesene Wolfszone kommen, muss ich einen Vierdraht-Zaun mit 4.500 Volt und den Zweidraht, den ich jetzt benutze, aufstellen, um eine Entschädigung vom Staat zu erhalten, wenn ein Wolf meine Herde angreift. Und es ist sehr schwer und schwierig, wenn Sie wie ich die Schafe so häufig von Ort zu Ort bewegen. Es ist ein riesiger Job, der einen zusätzlichen Mann erfordert, und er ist nicht billig, und ich habe nicht gehört, dass der Staat auch den Helfer zahlen wird“, sagt Henrik Drøhse.

Im Moment erwägt er andere Optionen als Waffen oder den Elektrozaun gegen Wölfe. Unter anderem Wachhunde wie die italienische Maremma, die gezüchtet wurden, um Wölfe und Bären von Schafherden in den italienischen Bergen fernzuhalten. „Ich habe bereits Åse Svendsen (Schafzüchter in Skærbæk, Hrsg.) besucht, der nun über mehrjährige Erfahrung mit diesen Hunden verfügt, um mehr darüber zu erfahren, wie ich anfange. Obwohl es auch anspruchsvoll sein wird, viele große, starke und unabhängige Hunde mit den Schafen laufen zu lassen, glaube ich jetzt mehr daran“, sagt Henrik Drøhse, der hofft, dass der Staat die Idee anstelle der vieradrigen elektrischen Zäune auch unterstützt.

Er denkt auch an eine ganz andere Lösung – nämlich vier Esel zu erwerben. „Ja, ich habe gehört, dass Wölfe es nicht wagen, ihnen nachzulaufen. Sie werden von ihnen angegriffen, daher muss es möglicherweise auch versucht werden.

Derzeit gibt es in Dänemark zwei offizielle Wolfszonen, eine zwischen Ringkøbing und Holstebro wurde 2017 gebildet und hat eine Fläche von 570 km². Und es gibt eine weitere bei Silkeborg, die sich zwischen Herning und Nørre Snede befindet. Sie wurde im Jahr 2019 eingerichtet.

Quelle: TV2 SYD – übersetzt und bearbeitet von

Günter Schwarz – 21.12.2020

Fotos: TV2 SYD