Dronning Margrethe II. geht normalerweise an Heiligabend in die Kirche im Dom von Aarhus, wenn sie zu Weihnachten auf Schloss Marselisborg verbringt. Die dänische Bevölkertung ist sich uneinig in der Frage, ob Weihnachtsgottesdienste in diesem Jahr abgesagt werden sollten. „Aber trotz des Coronavirus erwartet die Kathedrale von Aarhus, dass Dronning Margrethe an Heiligabend in der Kirche zum Gottesdienst erscheinen wird, wie sie es normalerweise gewohnt ist“, erklärt Erzbischöfin Gerda Neergaard gegenüber Avisen Danmark.

„Dieses ist die Nachricht, die wir erhalten haben“, sagt sie. Das Königshaus möchte dazu jedoch keine Kommentare abgeben, da es sich um eine Privatsache handelt.

Dronning Margrethe wurde am 16. April 80 Jahre alt und hat daher ein erhöhtes Risiko, aufgrund einer Coronavirus-Infektion eine schwere Krankheit zu entwickeln.

„Wir haben eine wichtige Botschaft, die wir zu Weihnachten miteinander teilen. Über 4.000 Pastoren, Organisten und Küster aus dem ganzen Land haben einen offenen Aufruf zur Schließung der Kirchen über Weihnachten unterschrieben, aber die Bischöfe bestehen darauf, dass der Weihnachtsgottesdienst wie gewohnt abgehalten wird. Einen Gottesdienst abzuhalten ist eine der wichtigsten Aufgaben, die wir als nationale Kirche haben, und wir wollen wirklich einen Gottesdienst abhalten, wenn Menschen in die Kirche kommen wollen“, sagte der Bischof der Diözese Roskilde, Peter Fischer-Møller, letzte Woche zu Radio4.

Vom Bischof der Diözese Viborg, Henrik Stubkjær, hörte die Zeitung „Kristeligt Dagblad“ am Freitag auch, dass die Weihnachtsgottesdienste abgehalten werden sollten, sofern die Behörden nichts anderes bekannt geben. „Ich bin zuversichtlich, dass wir sicher zum Weihnachtsgottesdienst gehen können“, hieß es.

Die Befürchtung, dass es in den Kirchen über Weihnachten zu weit verbreiteten Infektionen kommen könnte, beruht auf der Tatsache, dass laut mehreren Experten durch lautes Sprechen und Singen ein weitaus größeres Risiko besteht, die Infektion zu verbreiten. Tatsächlich ist es mehr als nur ein Risiko. So wurden 25 Personen, die mit der Pfingstkirche in Verbindung stehen, nach einem Gottesdienst am 6. Dezember positiv auf Coronavirus getestet. 60 Personen nahmen am Gottesdienst teil, und laut dem Pastor der Kirche, Mikael Scholosser, wurden alle Richtlinien eingehalten.

Und am 8. Dezember wurden 12 von 18 Menschen nach einem gemeinsamen Lied in der kleinen Dorfkirche in der Nähe von Jelling mit dem Coronavirus infiziert aufgefunden. Auch hier wurden laut der Zeitung „JydskeVestkysten“ alle Richtlinien zu Schutzmasken und Abstand von zwei Metern eingehalten.

Der kirchliche Dienst verschärfte am Montagabend die Richtlinien für die Abhaltung der Gottesdienste.

Quelle: TV2 – übersetzt und bearbeitet von

Günter Schwarz – 23.12.2020

Foto: TV2