(Tinglev) – In einem Industriegebäude in Tinglev wurden Tausende fertige Kanonenschläge und Teile für die Herstellung der Pyrotechnik gefunden.

Die Syd- og Sønderjyllands Politi (Süd- und Südjütland Polizei) hat in einem Industriegebäude am Mads Clausensvej in Tinglev eine illegale Feuerwerksfabrik gefunden. Nach Angaben der Polizei steht die Fabrik wahrscheinlich im Zusammenhang mit dem Abschießen illegaler Feuerwerkskörper, das vor allem in der Region Aabenraa seit langem stattfindet.

„Wir haben einige Anzeichen dafür, dass sie hinter einigen Ereignissen in Aabenraa stecken könnten“, sagt Polizeikommissar Thomas Berg von der Syd- og Sønderjyllands Politi.

Ein 24-jähriger und ein 32-jähriger Mann aus Aabenraa werden wegen Verstoßes gegen das Feuerwerksgesetz angeklagt. Der 24-Jährige hat den Gesetzesverstoß bereits zugegeben.

Die polizeiliche Durchsuchung des Ortes am Dienstag zeigte schnell, dass illegale Kanonenschläge hergestellt wurden. Es wurden mehrere tausend Kanonenschläge und eine Menge Schießpulver gefunden. „Nach unseren Maßstäben ist dieses eine umfangreiche Produktion. Es ist eine Fabrik, die Kanonenschläge in größeren Mengen für den Wiederverkauf hergestellt hat“, sagt Polizeikommissar Thomas Berg.

Die Polizei entschied sich daher, den EOD, den Munitionsräumdienst der Streitkräfte, anzurufen.

Eine genauere Untersuchung des Standortes ergab, dass 3.106 Kanonenschläge sowie ein Eimer mit fast drei kg Schießpulver zutage gefördert wurden. Gleichzeitig fand die Polizei an Ort und Stelle 4.212 leere Pappröhrchen, mit denen Kanonenschläge abgefeuert werden können. Es gab auch leere Kisten mit Spuren von weiteren fast 1.600 Kanonenschlägen.

„Wir müssen jetzt untersuchen, ob sie wegen anderer Dinge als eines Verstoßes gegen das Feuerwerksgesetz angeklagt werden können. Es kommt unter anderem darauf an, wie viel Schießpulver gefunden wurde“, sagt Thomas Berg.

In der illegalen Fabrik gab es auch einen elektrischen Palettenhubwagen. Es stellte sich heraus, dass dieser 2015 aus einem Lagerhaus in Nordsjælland (Nordseeland) gestohlen wurde und sich jetzt in Polizeigewahrsam befindet.

Die Polizei will sich nicht weiter darüber äußern, wie sie die illegale Fabrik in Tinglev gefunden hat. Die beiden Angeklagten wurden nach dem Verhör freigelassen, so die Polizei.

Quelle: TV2 SYD – übersetzt und bearbeitet von

Günter Schwarz – 23.12.2020

Foto: TV2 SYD