(Favrskov) – Der Wiederaufbau des aus der Wikingerzeit stammenden Grabmals „Høj Stene“ (Hohe Steine) war bisher ein Erfolg. Zumindest gemessen an der Anzahl der Besucher.

Randers hat den Regenwald, Syddjurs hat Djurs Sommerland und Norddjurs hat das Kattegat Center. Aber was genau gibt es in der Kommune Favrskov? Ja, es gibt hier nicht gerade viele Touristenattraktionen. Bis Oktober dieses Jahres war Fredensgade in Hinnerup wahrscheinlich der größte Touristenmagnet, der jedes Jahr vor Weihnachten von Tausenden Dänen besucht wird. Jetzt hat die Kommune jedoch eine Alternative. Die Rekonstruktion des Grabmals „Høj Stene“ durch das Moesgaard Museum bei Vejerslev an der Gudenå war in den ersten Monaten gut besucht.

„Wir gehen davon aus, dass etwa 10.000 Besucher gekommen sind. Es ist ziemlich gut angenommen und liegt weit über den Erwartungen“, sagt der Publikumsmanager im Moesgaard Museum, Henrik Hatt.

So sieht die Ausstellung der „Høj Stene“ aus.

Das Besucherschar von 10.000 Personen muss aufgrund der Corona-Restriktionen besonders empfangen werden, da das Moesgaard Museum über ein Zählwerk am Eingang zur Außenausstellung die Besucher zählt. Es ist nicht ganz einfach, weil die Gäste auf verschiedene Arten dorthin gelangen können.

Das Moesgaard Museum hat jedoch nicht viel Erfahrung mit kostenlosen Ausstellungen im Freien, denn es gibt nichts Vergleichbares. Im Voraus war jedoch nicht zu erwarten, dass so viele Leute „Høj Stene“ besuchen würden. „Während der Herbstferien hatten wir Führungen, und sie waren sehr beliebt. Es könnte also durchaus etwas sein, was wir wieder tun“, sagt Henrik Hatt, der auch darauf setzt, dass viele Menschen die Ausstellung zur Weihnachtszeit besuchen. Das Timing ist gut, weil so ziemlich alles andere geschlossen ist. Die Möglichkeit, mehr Menschen mit Führungen anzulocken, erwägt beispielsweise auch der Bürgermeister der Kommune Favrskov, Nils Borring (Socialdemokraterne).

„Høj Stene“ liegt in einer wunderschönen Gegend bei Vejerslev in der Nähe der Gudenå.

Er ist begeistert von dem Interesse, auf das die Ausstellung gestoßen ist. „Wir haben eine Attraktion, die wir vorher wirklich nicht hatten. Jetzt stehen wir im Dialog mit den Eigentümern des Landes und dem Moesgaard Museum über Verbesserungen“, sagt Nils Borring.

Mit Verbesserungen denkt er speziell darüber nach, das Erlebnis für die Besucher zu verbessern. Es könnte sich um Toiletten und Catering-Optionen handeln. „Ich möchte auch, dass wir ,Høj Stene‘ besser vermarkten und die Werbung darüber verbessern. Die Ausstellung ist nur wenige Gehminuten von der Kongensbro entfernt. Vielleicht kann man auch mehr den Pramdragerstien (Treidelweg) einbeziehen“, sagt Nils Borring.

Nils Borring begrüßt die neue Attraktion in der Kommune Favrskov.

Die „Høj Stene“-Ausstellung ist eine Kopie eines Grabmals aus dem Jahr 600 nach der Geburt Christi. Es besteht aus zwei bis vier Meter hohen Steinen in einer 80 Meter langen, spitzen ovalen Formation und wurde früher für Bestattungsriten verwendet. Die Steinlegung ist zusammen mit den mehrere hundert Jahre jüngeren Denkmälern von Jelling die größte ihrer Art auf der ganzen Welt, und es ist der erste Ort, an dem man definitiv nachweisen kann, dass sie als Begräbnisstätte für eine sehr mächtige Person genutzt wurde.

„Es ist ein Grabdenkmal für die Elite, weil es das größte Denkmal ist, das wir haben. Es ist in einer Liga, dass es ein König oder eine Königin sein muss, die hier beigesetzt wurden. Aber wir wissen nicht, wie sie sich damals nannten“, sagt der Leiter der archäologischen Abteilung des Moesgaard-Museums, Lars Krants.

Quelle: TV2 ØSTJYLLLAND – übersetzt und bearbeitet von

Günter Schwarz – 26.12.2020

Fotos: Kommune Favrskov