(Kiel) – Als der Covid-19-Impfstoff noch fern war, wollten 79 Prozent der Bevölkerung ihn haben. Jetzt, wo die ersten Impfungen gestartet wurden, herrscht vielerseits Skepsis. Die Bereitschaft, sich gegen Covid-19 impfen zu lassen, ist im Laufe des Jahres deulich gesunken. Das zeigen Umfragen, die das Leibnitz Institut für Psychiologie seit Beginn der Pandemie regelmäßig aktualisiert.

Mobile Impfteams rückten heute, am Sonntagmorgen, im Land aus, um die ersten Schutzimpfungen gegen das Coronavirus in Alten- und Pflegeheimen vorzunehmen. Außerdem bekommen Krankenhäuser Impfstoff für die Mitarbeiter mit hohem Infektionsrisiko. Den Start der Impfungen haben Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) und Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) in Lübeck auf dem Gelände der Johanniter-Unfall-Hilfe begleitet.

Sie bedankten sich bei den beteiligten Organisationen und den mobilen Impfteams, die seit heute im Land unterwegs sind. „Das ist wirklich ein bedeutender Tag – ein echter Meilenstein in der Bekämpfung der Pandemie“, sagte der Ministerpräsident.

Der Appell des Ministerpräsidenten lautet, dass möglichst viele Menschen bereit sind, sich impfen zu lassen. „Dann wird diese Aktion wirklich zu einem Erfolg“, sagte er. Nach Günthers Worten können nur effektive und sichere Impfungen einen entscheidenden Beitrag zur Eindämmung der Pandemie leisten.

Gesundheitsminister Garg betonte, dass es wohl einmalig in der Medizingeschichte sei, dass ein so hochwertiger Impfstoff in so kurzer Zeit entwickelt wurde. „Ich hoffe, dass das heute der erste Schritt zum Anfang vom Ende ist – und zwar für uns alle“, sagte Garg.

Die ersten rund 10.000 Impfdosen waren am Samstag in Schleswig-Holstein eingetroffen. Am heutigen Sonntag wurden sie mit einer leichten Verzögerung an zunächst drei Impfteams verteilt. Diese Teams sind in Lübeck und im südlichen Schleswig-Holstein unterwegs. Sieben weitere Teams bestehend aus je zwei Sanitätern und einem Arzt sollen den Rest des Landes abdecken.

In den nächsten Tagen sollen insgesamt rund 48.000 Dosen des Impfstoffs der Unternehmen BioNTech/Pfizer in Schleswig-Holstein eintreffen. Ab Jahresende stehen dem Land laut dem Mainzer Unternehmen BioNTech gemäß Bevölkerungsanteil wöchentlich 24.375 Impfdosen zu, die dann zum Teil ab dem 4. Januar auch an die ersten 15 – eines in jedem Kreis und kreisfreien Stadt – von insgesamt 29 Impfzentren verteilt werden.

Die Ersten, die sich zuerst impfen lassen können, sind Pflegekräfte, die für stationäre Pflegeeinrichtungen oder für ambulante Pflegedienste arbeiten sowie Mitarbeitende von Rettungsdiensten und Menschen, die älter als 80 Jahre sind. Impftermine dafür werden ab dem 29. Dezember über die Website impfen-sh.de oder telefonisch über die 116 117 vergeben.

von

Günter Schwarz – 27.12.2020

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