Die dänische Statsministerin Mette Frederiksen (Socialdemokraterne) forderte in ihrer heute Abend um 19:00 Uhr abgehaltenen Pressekonferenz die Aufhebung der Neujahrsvereinbarungen. Es passiert, während die Infektionen in Dänemark stetig zunehmen und die Behörden befürchten, dass Silvester die Infektion noch weiter verschlimmern wird.

Statsministerin Mette Frederiksen forderte die Absage von größeren Treffen und gar Feiern am Silvesterabend und möchte nur wenige Menschen aus dem engsten Familien- und Freundeskreis zusammensehen. Sie sagte es auf einer Pressekonferenz am Dienstagabend über die Coronasituation in Dänemark, wo sie auch eine Verlängerung der Beschränkungen bis zum 17. Januar vorstellte.

„In unseren Augen ist es nicht fair, wenn eine Neujahrsfeier bedeutet, dass sich noch mehr Infektionen ausbreiten. Daher empfehlen die Gesundheitsbehörden, Silvester in diesem Jahr zu begrenzen. Sagt Treffen und Vereinbarungen ab, die möglicherweise bereits geschlossen wurden, und seht nur Personen aus dem eigenen Haushalt und möglicherweise wenige aus dem engsten Bekanntenkreis“, so die Statsministerin.

Gleichlautend war die Botschaft von Gesundheitsminister Magnus Heunicke (Socialdemokraterne), der auf der Pressekonferenz die Aussage der Regierungschefin wiederholte, an Silvester nur wenige Menschen zu sehen.

Mette Frederiksen betonte die aktuellen Coronazahlen in Dänemark, wo es jetzt 900 stationäre Patienten gibt. „Wir dürfen nicht alle anderen Pflichten nur für einen festlichen Abend außer Betrieb setzen“, sagte sie.

Søren Brostrøm, Direktor der Sundhedsstyrelsen (Gesundheitsamt), sagt auch, dass Sie sich besonders auf Hygiene und Distanz konzentrieren sollten, wenn Sie beispielsweise für das neue Jahr mit jemand anderem als aus Ihrem eigenen Haushalt essen.

Diese Einschränkungen gelten bis zum 17. Januar:

  • Geschäfte und freie Berufe, Einkaufszentren und Kaufhäuser sowie Bauzentren müssen unabhängig von ihrer Größe geschlossen bleiben. Supermärkte und Apotheken sind davon ausgenommen.
  • Dienstleistungsberufe wie Friseure und Masseure müssen ebenfalls geschlossen bleiben.
  • Schulen sowie Jugend- und Erwachsenenbildung: Schüler der Primar- und Sekundarstufe I sowie Schüler werden nach Hause geschickt und müssen Fernunterricht erhalten.
  • Kultur, Sport und Freizeit: Alle Indoor-Sport- und Kultureinrichtungen müssen geschlossen bleiben. Dazu gehören Schwimmbäder, Spielplätze, Fitnessstudios, Theater, Museen, Kinos, Bibliotheken, Spielhallen, Casinos und Clubräume.
  • Elite-Athleten müssen die Sportanlagen nutzen, die für die Öffentlichkeit geschlossen sind.
  • Bei Outdoor-Sportarten können maximal 10 Personen gleichzeitig teilnehmen.
  • Gastronomie: Restaurants, Bars, Cafés und dergleichen müssen geschlossen bleiben. Sie können jedoch Speisen und Getränke zum Mitnehmen verkaufen.

Außerdem drängt er darauf, nicht von einer Gruppe zur anderen zu gehen – nicht mit anderen mischen. „Und dann möchte ich hinzufügen, dass es nicht schadet, am frühen Silvesterabend nach Hause zu gehen“, sagt Søren Brostrøm.

Die Unterstützungsparteien Enhedslisten (Einheitsliste) und Socialistisk Folkeparti haben gefordert, dass die Beschränkungen weitergehen und beispielsweise ein Verbot von Feuerwerkskörpern für den Jahreswechsel in Betracht zu ziehen sei, damit sie den Gesundheitsdienst nicht weiter mit Verletzungen infolge von Feuerwerkskörpern belasten.

Die Statsministerin erwähnte dieses jedoch auf der Pressekonferenz nicht. Von der Polizei scheint es jedoch, dass sie an Silvester besondere Aufmerksamkeit walten lässt, insbesondere auf das Versammlungsverbot, das besagt, dass sich nicht mehr als zehn Personen im öffentlichen Raum versammeln dürfen.

„Die Polizei wird im ganzen Land sein und das Versammlungsverbot durchsetzen – auch am Silvesterabend“, sagte Thorkild Fogde, Chef der Rigspoliti (Reichspolizei).

Quelle: TV2 FYN – übersetzt und bearbeitet von

Günter Schwarz – 29.12.2020

Foto: TV2 NORD