Der 80-jährige Stanley Johnson stimmte beim Referendum 2016 dafür, dass Großbritannien in der EU bleibt. Stanley Johnson, Vater des britischen Premierministers Boris Johnson, sagt, er werde die französische Staatsbürgerschaft beantragen.

Der 80-jährige Stanley Johnson war in seiner Opposition gegen die EU etwas zögerlicher als sein Sohn. Großbritannien hat die EU am 1. Februar 2020 verlassen, und zum Jahreswechsel ist Großbritannien auch aus dem EU-Binnenmarkt und der Zollunion ausgeschieden.

Der inzwischen 56-jährige Boris Johnson leitete die Kampagne, mit der die Briten beim Referendum 2016 für den Austritt aus der EU stimmen mussten. Und als späterer Premierminister hat er Großbritannien aus der EU herausgeführt.

Es geht mir nicht darum, Franzose zu werden. Wenn ich es richtig verstanden habe, bin ich Franzose. Meine Mutter wurde in Frankreich geboren. Ihre Mutter war komplett Französin, ebenso wie ihr Großvater, sagte Stanley Johnson gegenüber dem französischen Radiosender RTL.“Für mich geht es darum, das zu bekommen, was ich bereits bin, und darüber freue ich mich.“

Ab dem 1. Januar 2021 wird das Reisen in die und aus der EU für die Briten schwieriger, aber mit einem französischen Pass kann Stanley Johnson leichter in die EU einreisen. Stanley Johnson war einer der ersten Briten, der eine Stelle als Beamter der damaligen EG in Brüssel bekam, als Großbritannien 1973 beitrat. Von 1979 bis 1984 war er konservatives Mitglied des Europäischen Parlaments.

Bis zum Referendum 2016 sprach sich Stanley Johnson dafür aus, Großbritannien in der EU zu halten, und stimmte gegen den Brexit. Aber ungefähr ein Jahr nach dem Referendum änderte er seine Meinung

„Ich werde immer Europäer sein. Das ist sicher“, sagt er RTL. „ Man kann den Engländern nicht sagen, dass sie keine Europäer sind. Europa ist mehr als der Binnenmarkt, es ist mehr als die EU. Trotzdem sei es wichtig, eine Verbindung zur EU zu haben – offenbar mit Hinweis auf den französischen Pass.

Quelle: TV2 – übersetzt und bearbeitet von

Günter Schwarz – 01.01.2021

Foto: TV2