(Rødby) – Die Coronapandemie verhinderte das physische Treffen der dänischen und deutschen Verkehrsminister. Auf Lolland freute sich der Bürgermeister dennoch, dass der Bau des Tunnels beginnt. Am ersten Tag des Jahres 2021 sind 25 Jahre Planungsarbeit beendet und der Bau der Fehmarnbelt-Verbindung kann beginnen.

Die Coronabeschränkungen hindern jedoch Menschen von der dänischen und deutschen Seite des Tisches daran, sich physisch zum traditionellen ersten Spatenstich zu treffen. Stattdessen wurde der Beginn des Baus mit einem virtuellen Spatenstich markiert, an dem Verkehrsminister Benny Engelbrecht (Socialdemokraterne) und sein deutscher Kollege Andreas Scheuer (CSU) virtuell teilnahmen. Zu diesem Anlass hat der dänische Verkehrsminister 30 Kilo Erde vom Deich in Rødby in sein Büro bringen lassen, wo er den ersten Spatenstich machte.

Verkehrsminister Benny Engelbrecht (Socialdemokraterne) macht den ersten Spatenstich.

Die Fehmarn-Verbindung soll 2029 fertig sein und wird ein 18 Kilometer langer Unterwassertunnel sein, in dem sowohl Autos als auch Züge fahren können. Er wird Lolland mit der deutschen Insel Fehmarn verbinden und die Reisezeit mit dem Auto von derzeit 45 Minuten mit der Fähre auf 10 Minuten verkürzen.

Die erste Arbeit an der Verbindung besteht darin, ein Werk zu bauen, in dem die Betonelemente hergestellt werden, aus denen der Tunnel zusammengesetzt wird. Der Tunnel wird aus 89 Betonelementen gebaut, die an Land gegossen und dann auf den Meeresboden abgesenkt werden.

Der Bürgermeister der Kommune Lolland, Holger Schou Rasmussen (Socialdemokraterne), ist verärgert darüber, dass es nicht möglich ist, aus dem ersten Spatenstich ein großes Ereignis zu machen. Trotzdem fällt es ihm schwer, seine Freude über das Bauprojekt zu verbergen. „Jetzt ist es endgültig, und es ist tatsächlich erst die letzten anderthalb Jahre, in denen mir klar geworden ist, wie groß das Projekt ist.“

„Die Dimensionen des Projekts, wie viele Personen daran werden arbeiten müssen, die Größe der Baustelle, die Größe in Bezug auf Geld und Volumen der zugrunde liegenden Aufträge – das sind enorm große Summen, und für eine kleine Kommune wie Lolland ist es eine große und aufregende Aufgabe, die wir begleiten“, sagt er.

Bürgermeister der Kommune Lolland, Holger Schou Rasmussen (Socialdemokraterne)

Die Planung der Fehmarn-Verbindung hat 25 Jahre gedauert, und der Bau hat viel später begonnen als ursprünglich geplant war. Zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses wurde erwartet, dass der Bau der Verbindung 2018 begonnen werden konn.te Das Projekt wurde jedoch durch Proteste von Bürgern, Umweltorganisationen und Schifffahrtsunternehmen besonders auf deutscher Seite verzögert. Doch Anfang November wurden alle Beschwerden vom Bundesverwaltungsgericht in Leipzig vom Tisch gewischt und die Klagen abgewiesen.

Dieses hat auch den Weg für den ersten Spatenstich auch auf deutscher Seite geebnet. Dieser wird für 2022 erwartet. Tatsächlich war es gestern nicht ganz der erste Spatenstich für das Gesamtprojekt. Unter anderem ist in Rødby auf Lolland bereits ein Arbeitshafen im Bau.

Quelle: Foto: TV2 ØST – übersetzt und bearbeitet von

Günter Schwarz – 02.01.2021

Fotos: TV2 ØST