(Tange) – Seit 1921 versorgt Tangeværket aus der Kommune Viborg die zentrale und östliche Küste Jyllands (Jütlands) mit Strom. Es war der 8. Januar 1921, als Dänemarks größtes Wasserkraftwerk seinen Betrieb aufnahm. Heutzutage versorgt das Tangeværket an der Gudenå bis zu 25 Prozent Jütlands mit grüner, CO₂-neutraler Energie – obwohl zu der damaligen Zeit wahrscheinlich nur wenige über den Klimawandel oder die globale Erwärmung nachgedacht hatten.

Seitdem ist viel Wasser die Au hinunter und durch das Wasserkraftwerk geflossen, und gestern konnte das Tangeværket sein 100-jähriges Bestehen feiern – und es versorgt die Østjyderne (Ostjüten) immer noch mit Strom, wobei etwa 3.000 Haushalte angeschlossen sind.

„Mit ein wenig Stolz in der Brust sind wir immer noch hier und laufen hier seit 100 Jahre mit vollem Betrieb. Zu der Zeit war es nicht der grüne Gedanke, die für den Bau ausschlaggebend war, sondern es war nur die Wirtschaftlichkeit und der Energiemangel“, sagt Rasmus Lambert, Direktor der Tangeværket Gudenaacentralen.

Der Direktor des Wasserkraftwerks, Rasmus Lambert, feierte am 8. Januar 2021 den 100. Geburtstag vom Tangeværk.

Am Freitag feierte er mit seinen Mitarbeitern den 100. Geburtstag des Werkes und erinnerte sich an die Geschichte vom Tangeværk, die er für etwas ganz Besonderes hält. „Das Tangeværk ist etwas Besonderes, weil es in den Zwischenkriegsjahren dazu beigetragen hat, Strom in die Kommunen in Midt- og Østjylland (Mittel- und Ostjütland) zu bringen, die Elektrifizierung und Industrialisierung voranzutreiben und Licht in die dänischen Häuser zu bringen“, sagt er.

Das Tangeværket wie es heute aussieht.

Obwohl es am Freitag sowohl Kranzkuchen als auch Champagner für die Feier gab, war für das Tangeværket in den letzten Jahren nicht alles eine Party und voller rosiger Farben. Als die Anlage vor 100 Jahren gebaut wurde, wurde über die Gudenå ein 800 Meter langer Damm gebaut, und das, was wir heute als Tange Sø kennen, entstand. Genau auf dieser Strecke hatte der Gudenå-Lachs seine natürlichen Laichgründe, und der Lachs starb daher beim Bau des Wasserkraftwerks aus.

Als die Anlage gebaut wurde, wurde gleichzeitig ein großer Damm gebaut.

Viele glauben daher, dass die Sperren entfernt werden müssen, damit die Gudenå wieder frei fließen – und der Lachs zurückkehren kann. Der Direktor teilt diese Ansicht jedoch nicht. „Ich denke, die Stromerzeugung war und ist noch wichtiger. Aber das ist meine persönliche Meinung“, sagt Rasmus Lambert und fährt fort: „Ich denke, dass das Kraftwerk hier im Laufe der Zeit immer wertvoller wird. Wenn wir diese Anlage in 100 Jahren hier noch in Betrieb haben könnten, hätte es einen großen Wert für unsere Gesellschaft – kulturell und historisch.“

Quelle: TV2 ØSTJYLLAND – übersetzt und bearbeitet von

Günter Schwarz – 09.01.2021

Fotos: Gudenaacentralen