11 Sonderflugzeuge werden gestrandete Grønländer nach Hause bringen. Seit Neujahr sind auch Philip Oppenheim und seine Freundin Liselotte Unger in einem Ferienhaus in Nordsjælland (Nordseeland) gestrandet. Sie hätten schon längst zurück in der Heimat Grønland sein sollen, aber am 30. Dezember beschloss die grönländische Autonomieregierung, normale Linienflüge vollständig einzustellen.

Der Grund war die zunehmende dänische Coronainfektionsrate und steigende Krankenhausaufenthalte aufgrund der Infektion. So musste das Ehepaar, beide Hochschullehrer in Qaqortoq, die Hauseigentümer fragen, ob sie länger in dem Ferienhaus in Nordsjælland bleiben könnten, das sie im Zusammenhang mit ihrem Weihnachtsbesuch in Dänemark gemietet hatten. Sie konnten, und seitdem sitzen sie isoliert in dem Haus.

BILD: Philip Oppenheim und Liselotte Unger

„Wir gehen nur für uns selbst an den Strand“, sagt Liselotte Unger. Laut den grönländischen Online-Medien Sermitsiaq waren in Dänemark etwa 1.000 Grønländer gestrandet, als die Selbstverwaltung den Flugverkehr einstellte. Jetzt hat die Autonomieregierung ihre Position geändert und will mit 11 Sonderflügen in den nächsten 14 Tagen die Menschen so schnell wie möglich nach Hause transportieren. Der Grund dafür ist, dass sich die ansteckendere englische Variante des Coronavirus jetzt in Dänemark verbreitet, so das grönländische Gesundheitsamt.

„Die Infektion mit der neuen Variante Coronavirus nimmt in Dänemark explosionsartig zu, und das Letzte, was wir wollen, ist, diese Variante in dieses Land zu bringen. Daher schätzen wir jetzt ein, dass es sicherer ist, unsere Bürger so schnell wie möglich nach Hause zu bringen, damit sie das geringstmögliche Risiko haben, sich mit der englischen Variante zu infizieren“, sagt der Arzt Henrik L. Hansen gegenüber den Medien Sermitsiaq.

Philip Oppenheim und Liselotte Unger wurden daher am 15. Januar für einen Flug mit Air Greenland gebucht. Bis jetzt müssen sie ihre Schüler durch Online-Unterricht unterrichten. Die grönländischen Bürger waren ansonsten zuvor gewarnt worden, dass die Reise nach Dänemark über Weihnachten und Neujahr auf eigenes Risiko erfolgt.

„Meine Situation war, dass meine alte Mutter im November krank wurde, deshalb war es wichtig, dass ich nach Hause kam, und wir konnten sprechen, nachdem ich ein Jahr lang nicht zu Hause war“, sagt Philip Oppenheim.

Er glaubt auch, dass die grönländischen Behörden die Pandemie gut gemeistert haben, da es ihnen gelungen ist, die Ausbreitung von Infektionen intern in Grönland zu verhindern. Die registrierten Infizierten wurden alle in der fünftägigen Quarantäne entdeckt, die jeder, der nach Grønland kommt, durchlaufen muss. Jeder muss auch einen negativen Test vorlegen, bevor er ins Flugzeug steigen kann.

„Natürlich haben Sie als grönländischer Staatsbürger allen möglichen Respekt dafür. Das muss umgesetzt und aufrechterhalten werden, weshalb ich auch Respekt vor der Einstellung von Flügen habe. Obwohl Sie natürlich nervös werden, wenn Sie nicht nach Hause kommen können“, sagt er.

Wenn alle gestrandeten Menschen nach Hause zurückgekehrt sind, plant die grönländische Regierung, die Einstellung des Flugverkehrs zu verlängern, damit bis Ende Februar nur die notwendigsten Regierungsflüge zugelassen werden, schreibt Sermitsiaq.

Quelle: Danmarks Radio – übersetzt und bearbeitet von

Günter Schwarz – 10.01.2021

Foto: Danmarks Radio