(Fanø) – Fanøs Bürgermeisterin Sofie Valbjørn (Alternativet) ist frustriert. Jetzt „droht“ sie, dass die kleine Inselgemeinde Teil der großen Esbjerg-Kommune werden muss. Die miserable Zusammenarbeit im Inselrat von Fanø kann schwerwiegende Folgen für die Wattenmeerinsel haben. Dieses ist die Meinung von Bürgermeisterin Sofie Valbjørn und dem stellvertretenden Bürgermeister Erik Nørreby (Venstre).

Sie sieht es als Chance – oder Risiko – dass Fanø Teil der Kommune Esbjerg wird. „Wenn es uns als kleine Gemeinde nicht gelingt, die Stärken, die wir als kleine Gemeinde haben, zu ergreifen und zu nutzen, bleiben nur die Nachteile übrig. Und dann denke ich leider, dass die Zukunft uns einholen wird.“

Sie hat jetzt aufgegeben und sieht sich verraten. Sofie Valbjørn wird bei den Kommunalwahlen im November nicht mehr antreten. Die Gemeinderätin Kristine Kaas Krog von der lokalen Liste hat sich ebenfalls entschieden, nicht mehr zu kandidieren. Sie ziehen sich von der miserablen Zusammenarbeit im Inselrat zurück.

Der Disput geht auf die letzten Kommunalwahlen im Jahr 2017 zurück. Es entstand eine ganz besondere Situation dadurch, dass Kristine Kaas Krog hinausging und der Presse sagte, dass sie jetzt Bürgermeisterin sei – in dem Glauben, dass sie eine Mehrheit hinter sich habe. Gegen eine Mehrheit für Sofie Valbjørns Mandat sprach eine einzige Stimme. Aber in letzter Minute erhielt Sofie noch die Stimmen, die hauptsächlich von der rechtsliberalen Partei Venstre kamen. So kippte die Mehrheit, und plötzlich war Kristine Kaas Krog keine Bürgermeisterin mehr.

Erik Nørreby, Venstre, glaubt, dass es aufgrund der dreijährigen Unordnung im Inseltrat schwierig sein könnte, neue Kommunalpolitiker zu rekrutieren.

Frustration, Enttäuschung und sogar Bitterkeit erfüllten seither das Rathaus jedes Mal, wenn die elf Politiker ein Treffen abhielten. Seitdem war die Zusammenarbeit gestört und ständig äußerst schwierig. Erik Nørreby hat zu acht Sitzungen kömmen müssen, bei denen der Inselrat sich darüber einigen musste, wie die verschiedenen Posten verteilt werden sollten, einschließlich des Bürgermeisterpostens, und er hat zuvor noch nichts Ähnliches erlebt.

„Normalerweise geht man und ist danach 2-3 Monate lang wütend aufeinander, aber dann fängt man an, zusammenzuarbeiten. Hier sind sie nach drei Jahren immer noch sauer aufeinander. Es geht über die lokale Demokratie hinaus“, sagt er.

Die beiden – Erik Nørreby und Sofie Valbjørn – teilen die Befürchtung, dass es schwierig sein wird, neue lokale Politiker zu rekrutieren. Auf jeden Fall haben die 11 Politiker im Inselrat die Lokalpolitik nicht gut vertreten.

„Mit der schlechten Zusammenarbeit hatten wir einige unendlich lange Treffen. Wir hatten Ausschusssitzungen, die um drei Uhr nachmittags begannen und noch nicht um neun Uhr abends beendet waren. Es gibt nicht viele mit einer Familie, die dieses zusätzlich zu einem Arbeitstag leisten können“, sagt er.

Christian Lorenzen, Oppositionspolitiker der Det Konservative Folkeparti, verweist auf die lange Reihe von Inselratsentscheidungen, die mit der knappen 6-5-Mehrheit als Herausforderung beigelegt wurden.

Christian Lorenzen von der Det Konservative Folkeparti kritisiert den Inselrat gegen die Mehrheit der vielen engen 6-5 Entscheidungen im Inselrat. Es gibt Herausforderungen bei der Zusammenarbeit, betont aber gleichzeitig, dass der Inselrat die größten und oft schwierigsten Aufgaben erfüllt hat: Drei Jahre hintereinander eine Einigung über den kommunalen Haushalt zu erzielen – in einer schwierigen finanziellen Situation. „Ich denke, dieses zeugt davon, dass die Zusammenarbeit funktionieren kann“, sagt er.

Bürgermeisterin Sofie Valbjørn hofft schließlich, dass sich neue Kräfte der lokalen politischen Arbeit anschließen.

Sofie Valbjørn hofft jedoch, dass ihre Ankündigung bedeutet, dass schließlich neue Kräfte hinzukommen werden. „Ich hoffe, dass jemand sagt ,es muss dann wohl sein‘ und sich anbietet und dabei hilft, einen positiven Geist zu schaffen“, sagt sie.

Quelle: TV SYD – übersetzt und bearbeitet von

Günter Schwarz – 12.01.2021

Foto: TV SYD