(Kiel) – Wer heute einen der gefragten Corona-Impftermine ergattern wollte, kam sich wie in den Wochen zuvor ziemlich „verschaukelt“ vor, denn die 15.500 heute vorgesehenen Termine waren binnen weniger Minuten vergeben, und zigtausende von Impfwilligen wurden abermals auf die „Endlosliste“ gesetzt.

Das sorgt für Frust bei vielen Schleswig-Holsteinern, und hilft keineswegs, eine hohe Impfrate im Land zu erreichen, denn irgendwann ist bei dem Willigsten die Geduld zu Ende. Die Impftermine werden einmal wöchentlich jeweils am Dienstag ab 08:00 Uhr vergeben.

„Wir kommen uns ziemlich veräppelt vor“, sagt zum Beispiel ein über 80-Jähriger aus Kiel. Er hat nach eigenen Angaben pünktlich um 08:00 Uhr versucht, über die Homepage www.impfen-sh.de und parallel über die beiden Hotline-Nummern 116 117 und 0800 455 655 0 einen Termin zu bekommen. Im Internet kam er auf die Wartelisten-Position 18.393, und bereits nach fünf Minuten sei die Meldung gekommen, dass alle Termine vergeben sind.

Das Anmeldevolumen habe sich leicht gesteigert gegenüber der vergangenen Woche. Insgesamt wurden 7.700 Termine für die Woche ab dem 18. Januar vergeben, hinzu kommen jeweils die Termine für die nötige zweite Impfung 21 Tage später.

Die SPD-Fraktion im Landtag spricht von einer Zumutung der besonderen Art. Sie fordert Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) auf, dafür zu sorgen, dass die Menschen schriftlich mit einem Termin zum Impfen eingeladen werden, denn Anmeldungen über das Internet und über die sogenannten Hotline-Nummern erweisen sich zunehmend als „Frust-Nummern“, die sich als kontraproduktiv erweisen können.

Der Gesundheitsminister war ganz nach Art kritikscheuer Politiker „abgetaucht“ und auch sein Gesundheitsministerium war für eine Stellungnahme bis zum Mittag nicht zu erreichen.

Günter Schwarz – 12.01.2021

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