(Harrislee) – Das Grenzland vermeidet es, Bauabfälle aus den Kernkraftwerken Krümmel und Brokdorf zu erhalten, die in den kommenden Jahren abgerissen werden sollen, wenn in Deutschland die Kernenergie ausläuft.

Laut dem ursprünglichen Plan des Landesumweltministeriums hätte ein Teil von 50.000 Tonnen Abfällen aus geschlossenen Kernkraftwerken in Schleswig-Holstein in Harrislee, nur wenige hundert Meter von der dänisch-deutschen Grenze entfernt, deponiert werden sollen, aber dieses wird jetzt nicht der Fall sein, schreibt „Flensburg Avis“.

Die Entscheidung löst in der Kommune Aabenraa große Zufriedenheit aus. „Natürlich freue ich mich sehr darüber. Es zementiert auch, dass es funktioniert, gute Nachbarschaft und gute Zusammenarbeit ins Spiel zu bringen. Ich denke, wir haben mit der Gemeinde Harrislee eine gute Kooperation, um objektiv auf die Herausforderungen aufmerksam zu machen, die sich daraus ergeben könnten, das Grenzgebiet mit Atommüll zu belasten“, sagt Thomas Andresen (Venstre / Rechtsliberale Partei), Bürgermeister der Kommune Aabenraa.

Ursprünglich sollte Deponie Balzersen in Harrislee, nahe der dänisch-deutschen Grenze, einen Teil der Abfälle unter anderem aus dem Kernkraftwerk in Brokdorf erhalten, was die Bürger im Grenzland beunruhigt hat. Obwohl die Radioaktivität aus den Bauabfällen als sehr gering beschrieben wird, haben die Pläne sowohl in Dänemark als auch in Deutschland umfangreiche Proteste ausgelöst.

Es sind 50.000 Tonnen schwach radioaktiver Bauschutt mit sehr schwacher Strahlung. Trotzdem muss der Abfall separat behandelt werden. Die Abfälle stammen aus abgerissenen Gebäuden, Straßen und Parkplätzen aus den Kernkraftwerken. Laut Flensburg Avis werden die Abfälle stattdessen in Lübeck-Niemark und Johannistal in Gremersdorf in den Kreis Ostholstein) deponiert.

Es ist jedoch noch nicht entschieden, ob hochradioaktive Abfälle in Schleswig-Holstein entsorgt werden. Das Unternehmen, das die Deponie der Abfälle aus den deutschen Kernkraftwerken abwickelt, die das Land schließen will, hat Schleswig-Holstein bereits im Jahr 2031 als mögliche Enddeponie erwähnt. Aber auch die Gemeinde Haderslev kämpft zusammen mit den drei anderen südjütländischen Kommunen Aabenraa, Sønderborg und Tønder sowie der Region Syddanmark (Süddänemark) dagegen an. Im Dezember schickten sie gemeinsam ein Protestschreiben an die deutschen Behörden.

Quelle: TV SYD – übersetzt und bearbeitet von

Günter Schwarz – 14.01.2021

Foto: TV SYD