(Kiel) – Mit einer sensationellen Leistung setzte sich der momentan Drittplatzierte der Zweiten Liga, Holstein Kiel, gegen den Tabellenführer der Bundesliga und 20-maligen Champion aus dem DFB-Pokal durch. Holstein Kiel gewann das Zweitrundenspiel am späten Mittwochabend knapp aber nicht unverdient mit 8:7 (1:1, 2:2, 2:2) nach Elfmeterschießen gegen den FC Bayern München.

Es war einer jener reizvollen Pokalabende mit einem haushohen Favoriten und einem klaren Außenseiter, der erst in einem Elfmeterschießen entschieden wurde. Damit wurde wieder einmal der Beweis erbracht, die Pokalspiele haben ihre eigenen Gesetze. Die Tore für die Münchner erzielten in der regulären Spielzeit Serge Gnabry und Leroy Sané, für die „Störche“ trafen Bartels und Hauke Wahl. In der Nachspielzeit von zweimal 15 Minuten fielen keine Tore.

Doch dann verwandelten die Kieler mit einer beeindruckenden Nervenstärke einen Elfmeter nach dem anderen. Hauke Wahl, Ahmet Arslan, Janni Serra, Jae-Sung Lee und Niklas Hauptmann mussten immer wieder nachlegen, weil die Bayern mit dem Elfmeterschießen anfangen durften.

Doch dann hielt Torhüter Ioannis Gelios den 6. Elfmeter von Marc Roca – und Fin Bartels schoss mit seinem darauf folgenden Schuss die Kieler ins Pokal-Achtelfinale. „Das war eine krasse Leistung von den Jungs“, jubelte Kapitän Wahl, der sein Team erst mit einem Treffer fast in der letzten Sekunde der Nachspielzeit des regulären Spiels in die Verlängerung gebracht hatte.

In der nächsten Runde trifft der KSV Holstein Kiel im eigenen Stadion Anfang Februar auf Zweitliga-Konkurrent Darmstadt 98. Die Bayern schieden erstmals seit dem Jahr 2000 wieder in der zweiten Runde des Pokals aus. Damals gab es ein 2:5 nach Elfmeterschießen bei dem damaligen Viertligisten 1. FC Magdeburg.

von

Günter Schwarz – 14.01.2021

Foto: sport1