Fyrkat, Aggersborg und drei weitere dänische Ringfestungen aus der Wikingerzeit haben nun einen Antrag auf Aufnahme in die prestigeträchtige Liste des UNESCO-Weltkulturerbes gestellt. Am Freitagmittag legte Kulturministerin Joy Mogensen (Socialdemokraterne) Ihre Unterschrift auf ein sehr wichtiges Blatt Papier für zwei Ringfestungen in Nordjylland (Nordjütland). Die Ringeborgene Fyrkat bei Hobro und Aggersborg bei Aggersund sowie drei weitere dänische Ringfestungen.

Trelleborg bei Slagelse, Nonnebakken in Odense und Borgring bei Køge haben sich in den Kampf gestürzt, um sich der angesehenen Gesellschaft des weltweit wichtigsten Kultur- und Naturerbes der UNESCO anzuschließen. Es ist das zweite Mal, dass sich die dänischen Ringburgen bewerben. Das letzte Mal war es Teil eines größeren nordischen Antrags, der von der UNESCO abgelehnt wurde, aber diesmal haben sie sich auf die fünf dänischen Ringfestungen beschränkt, und die Hoffnung, dass der Antrag durchgeht, ist groß.

„Ganz bescheiden, es wurde eine wirklich schöne Arbeit geleistet, und jetzt wird es genau anderthalb Jahre dauern, bis die UNESCO endlich darüber abstimmen wird, aber wir hoffen, dass es durchläuft, und das glaube ich auch“. sagt Lars Christian Nørbach, Museumsdirektor im Nordjyllands Historiske Museum, zu dem Fyrkat gehört.

Der Antragg selbst ist ein 400-seitiges Buch, das von den fünf Museen hinter den Ringfestungen erstellt wurde. Bei der Arbeit daran haben sie viel neues Wissen erworben, das für die Kommunikation genutzt werden kann. Und es bedeutet auch, dass sie der UNESCO damit mehr Information vermitteln.

„In Verbindung zu Aggersborg müssen wir auch über Borgring oder Nonnebakken erzählen, d. h. über diese ganzheitliche Kommunikation, und sie ist super aufregend. Auf diese Weise erhalten Besucher die gleiche Geschichte an fünf verschiedenen Orten im Land, aber sie erhalten auch die Einzigartigkeit, d. h. das Besondere an der einzelnen Ringburg“, sagt Broder Berg, Museumsdirektor im Vesthimmerlands Museum und damit Vertreter von Aggersborg.

Neben einem UNESCO-Gütesiegel, das einen besonderen Erhaltungszustand verleiht, werden die dänischen Ringfestungen durch die Aufnahme ins Weltkulturerbe weltweit bekannter. Es wird eine Zunahme des Tourismus bewirken, der in den Kommunen Nordjyllands zu begrüßen ist. Nach Angaben der Museen ist leicht zu erwarten, dass sich die jährliche Besucherzahl verdoppeln wird, was sich bemerkbar macht.

„Es gibt viele, die reisen, um genau die Dinge zu sehen, die das UNESCO- Gütesiegel tragen, daher wird es für unsere Kommunen eine enorme Bedeutung haben, sagt der Bürgermeister von Vesthimmerland“, Per Bach Laursen.

„Wir wissen, dass die Touristen, die als Besucher zu den Ringfestungen kommen, länger hier bleiben. Sie gehen essen und verbringen mehrere Nächte in der Region. Das ist ein großer Gewinn für unsere Kommunen und für ganz Nordjylland“, sagt der Bürgermeister der Kommune Mariagerfjord, Mogens Jespersen.

Die fünf Ringfestungen wurden alle vor mehr als 1000 Jahren unter Harald Blåtand (Harald Blauzahn) gebaut. Sie spielten eine wichtige Rolle bei der Vereinigung des Landes, und die Burgen erzählen bis heute eine wichtige Geschichte über soziale Strukturen und große Schlachten in der Wikingerzeit.

Ein längeres Genehmigungsverfahren wartet nun, bevor die UNESCO im Sommer 2022 endgültig entscheidet, ob die dänischen Ringfestungen das Zeug dazu haben, auf die gleiche Liste wie die Pyramiden in Ägypten, das Opernhaus in Sydney, Stonehenge in England, der Grand Canyon in den USA und die Steinstatuen auf der Osterinsel zu gelangen.

„Es wird viel für das Selbstverständnis bedeuten, das wir meiner Meinung nach in diesen beiden Kommunen haben. Ein Selbstverständnis, dass wir eine bedeutende Vergangenheit haben, die sich auf die Bildung Dänemarks als Nation ausgewirkt hat“, sagt Per Bach Laursen.

Quelle: TV NORD – übersetzt und bearbeitet von

Günter Schwarz – 15.01.2021

Foto: TV NORD