(Kreis Rendsburg-Eckernförde) – Zunächst war es ein Verdacht, dass die mutierte Form des Corona-Virus, die sich bereits nördlich der dänisch-deutschen Grenze besonders in Sønderjylland (Südjütland) hat ausbreiten können, auch in Schleswig-Holstein angekommen ist – jetzt gibt es die Bestätigung.

Der Kreis Rendsburg-Eckernförde teilte am heutigen Samstagvormittag mit, dass ein Berliner Labor bei einem Verdachtsfall eine Virusmutation nachweisen konnte. Einem Zeitungsbericht zufolge könnte sich der Mann während einer Spanien-Reise infiziert haben. Das Gesundheitsministerium prüft nach eigenen Angaben derzeit, ob die Quarantäne-Verordnung des Landes weiter verschärft werden kann, um mögliche Verbreitungen der neuen Virus-Variante nach Schleswig-Holstein zu begrenzen.

Schneller als erwartet sei der Befund aus dem Institut für Virologie an der Berliner Charité gekommen, teilte der Infektiologe und Leiter des Rendsburger Corona-Lagezentrums Stephan Ott mit. Das Speziallabor habe bei der untersuchten Probe die typischen Mutationen für die zunächst in Großbritannien aufgetretene Variante gefunden. Die Wahrscheinlichkeit sei dementsprechend sehr hoch, dass es sich um die mutierte Form des Corona-Virus handele, so Ott.

Einen Verdachtsfall wurde auch aus Flensburg gemeldet. Eine Bestätigung des Berliner Labors zu dem Verdacht steht noch aus. Experten befürchten, dass diese Virus-Mutationen ansteckender sind als die schon bekannte Form.

Das Gesundheitsministerium kündigte an, das in Zukunft mehr positive Corona-Proben aus Schleswig-Holstein an der Berliner Charité auf mögliche Mutationen untersucht werden sollen – auch, um die Frage der Verbreitung besser beantworten zu können. Dabei wird das gesamte Erbgut des Virus gründlich daraufhin untersucht, ob es Mutationen gibt – und wenn ja, welche.

Quelle: NDR – überarbeitet und veröffentlicht

von

Günter Schwarz – 16.01.2021

Foto: Archivbild