Nach 16 Jahren als Bundeskanzlerin wird Angela Merkel (CDU) bei den Parlamentswahlen im September nicht mehr kandidieren. Die deutsche Regierungspartei CDU hat einen neuen Vorsitzenden gewählt.

Armin Laschet wird das Erbe von Bundeskanzlerin Angela Merkel antreten, die 2018 als Parteivorsitzende zurückgetreten ist. Der gemäßigte Laschet wurde in einer zweiten Wahlrunde in einem Showdown gegen den ehemaligen Vorsitzenden der CDU-Gruppe, Friedrich Merz, gewählt. „Ich danke Ihnen für das große Vertrauen und bin mir der großen Verantwortung bewusst, die auf diesem Posten beruht“, sagte Laschet in seiner Siegesrede. Armin Laschet ist 59 Jahre alt und der derzeitige Ministerpräsident des bevölkerungsreichsten Bundeslandes Nordrhein-Westfalen.

Man sollte nicht erwarten, dass der neue CDU-Vorsitzende Angela Merkels Politik kopiert, obwohl Laschet Merkels Favorit für den Posten war. Das sagt der Journalist von TV 2 in Berlin, Uffe Dreesen. „Er hat seine eigene Vorstellung davon, wie Deutschland aussehen soll, welchen Herausforderungen das Land gegenübersteht und wie mit ihnen umgegangen werden soll. Er wird also keine Fortsetzung von Merkel sein, aber umgekehrt wird er auch nicht der große Unterschied zu ihr sein. Und es passt sehr gut zur CDU, die keine Partei mit großen Ausschlägen ist“, sagt Uffe Dreesen und fügt hinzu: „Es ist eine Partei, die lieber ohne allzu große Probleme mitten im Strom liegen und schweben möchte.“

Nach 16 Jahren als Bundeskanzlerin wird Merkel bei den Bundestagswahlen im September nicht mehr kandidieren. Normalerweise wird der Vorsitzende der CDU auch Kanzlerkandidat – dieses muss jedoch zunächst mit der Schwesterpartei CSU geklärt werden. Der neu gewählte Vorsitzende Armin Laschet hat somit gute Chancen, Deutschlands nächster Bundeskanzler zu werden.

Die 1001 Delegierten, die am virtuellen Parteitag der CDU teilnahmen, wählten Laschet mit 521 Stimmen in der zweiten Runde gegen 466 Stimmen für Merz. Der neue Parteivorsitzende ersetzt Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (bekannt als AKK) als Parteivorsitzende.

Im Jahr 2018 unterstützte Merkel AKK als ihre Nachfolgerin und trug dazu bei, dass sie zur CDU-Vorsitzenden gewählt wurde. Aber sie wurde nie ein Erfolg. Kramp-Karrenbauer gab dann im Februar 2020 bekannt, dass sie als Parteivorsitzende zurücktreten werde und keine Kanzlerkandidatin mehr sei.

Merkel selbst hat angedeutet, dass sie hofft, dass die Partei weiterhin die Mitte der deutschen Politik anstrebt. Sie nannte keine Namen, aber es wurde als indirekte Unterstützung für Armin Laschet wahrgenommen. „Ich hoffe, dass ein Team gewählt wird, das das Schicksal unserer stolzen Volkspartei selbst in die Hand nimmt und mit allen Mitgliedern zusammenarbeitet, um die richtigen Antworten auf die Aufgaben der Zukunft zu finden“, sagte Merkel bei der Eröffnung des zweitägigen CDU-Parteitages.

„Die CDU ist eine Volkspartei in der Mitte. Wir suchen natürlich nach Lösungen, die Konflikte ausgleichen und den sozialen Zusammenhalt fördern“, hieß es weiter.

Auch auch andere Kanzlerkandidaten als der neu gewählte CDU-Vorsitzende sind im Spiel. Dieses gilt unter anderem für Markus Söder, der die Schwesterpartei der CDU in Bayern, die CSU, leitet. Söder ist der bayerische Ministerpräsident und aufgrund seiner Bewältigung der Coronakrise weit über die Grenzen des südlichen Bundeslandes hinaus populär geworden.

Von der CDU und der CSU wird erwartet, dass sie ihren gemeinsamen Kanzlerkandidaten wählen.

Quelle: TV2 – übersetzt und bearbeitet von

Günter Schwarz – 16.01.2021

Foto: TV2