(Garmisch-Partenkirchen) – Die Mutation hat deutsche Politiker dazu veranlasst, neue Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung zu fordern. Eine neue Variante des Coronavirus wurde in einem Krankenhaus in der bayerischen Skistadt Garmisch-Partenkirchen gefunden, schreibt die US-amerikanische Zeitung „Politico“.

Im Krankenhaus wurde bei einem Test eine Anomalie festgestellt, die nicht auf eine der bekannten Virusvarianten aus Großbritannien, Südafrika oder Brasilien zurückzuführen war. Dieses erklärt ein führender Arzt des Krankenhauses, Clemens Stockklausner. Die Virusprobe wurde anschließend an die Charité in Berlin geschickt, wo sie weiter untersucht werden soll.

Laut Clemens Stocklausner ist es noch zu früh zu sagen, ob die neue Virusvariante ansteckender oder aggressiver ist als das ursprüngliche Coronavirus. Nach Angaben des Krankenhausleiters befinden sich derzeit 73 infizierte Personen im Krankenhaus – darunter mehrere Mitglieder des Gesundheitspersonals. 35 von ihnen sind mit der unbekannten Variante des Coronavirus infiziert.

Mehrere Spitzenpolitiker in Deutschland forderten am Montag weitere Maßnahmen in Deutschland, um die Ausbreitung neuer, ansteckender Varianten des Coronavirus zu verlangsamen, schreibt Reuters. Die Vorschläge umfassen die Erhöhung der Anzahl von Tests an Personen, die über Gemeindegrenzen hinweg reisen, und eine Erhöhung der Gensequenzierung der positiven Koronattests. Auf diese Weise können die Mutationen abgebildet und nachgewiesen werden.

Insbesondere wird es Laboratorien geben, die fünf Prozent der entnommenen Koronaproben untersuchen und sequenzieren, um zu überprüfen, ob sie mit den bekannten Varianten des Coronavirus übereinstimmen, und um festzustellen, ob sie möglicherweise von diesen abweichen, wie dieses bei der Probe aus dem Krankenhaus in Garmisch-Partenkirchen der Fall ist.

Die nationalen und regionalen deutschen Staats- und Regierungschefs werden sich am Dienstag treffen, um zu entscheiden, welche neuen Maßnahmen ergriffen werden müssen, um die Entwicklung neuer, ansteckender Sorten zu verlangsamen. „Wir haben immer noch große Bedenken. Das ist das Mutationsrisiko“, sagt Steffen Seibert, Sprecher des deutschen Gesundheitsamtes, auf einer Pressekonferenz.

Insbesondere die im Krankenhaus in Garmisch-Partenkirchen entdeckte potenziell neue Variante des Coronavirus hat den Kampf der deutschen Behörden zur Eindämmung der Ausbreitung neuer Mutationen in Gang gesetzt.

Auch in Dänemark liegt der Schwerpunkt auf Mutationen des Coronavirus. Hier wird die Regierung eine zehntägige Quarantäne einführen, wenn Bürger aus dem Ausland in Dänemark ankommen, und sie müssen damit rechnen, eine Geldstrafe oder eine andere Form der Bestrafung zu erhalten, wenn sie dieses ablehnen.

„Es ist eine gute Idee und gewinnt Zeit, die Isolation für Reisende zur Voraussetzung zu machen, um zu verhindern, dass neue Infektionsketten wie die aus Britannien und Südafrika in das Land gelangen“, sagt Justizminister Nick Hækkerup (Socialdemokraterne).

Quelle: TV2 – übersetzt und bearbeitet von

Günter Schwarz – 19.01.2021

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