(Nuuk) – Das diesjährige Budget in Nuuk, Grønland, um den 300. Jahrestag der Ankunft des dänischen Missionars Hans Egede in Grønland zu feiern, betrug 2,7 Millionen Kronen (363 Tsd. Euro).

Die Feierlichkeiten wurden jedoch abgesagt. „Stattdessen wird das Geld für die städtische Verschönerung und die Gründung von Nuuk im Jahr 2024 ausgegeben“, sagt Charlotte Ludvigsen (Inuit Ataqatigiit), Bürgermeisterin von der Kommuneqarfik Sermersooq.

Die Entscheidung wurde nach der Debatte in diesem Sommer über die Hans-Egede-Statue in Nuuk getroffen, die Aktivisten mit roter Farbe überschüttet und mit der Aufschrift „Decolonize“ versehen hatten.

Die Kommuneqarfik Sermersooq stimmte darüber ab, ob die Statue von ihrer Klippe entfernt werden sollte oder nicht. 921 stimmten für den Verbleib der Statue. 600 stimmten für eine Entfernung.

Anmerkung: Hans Poulsen Egede wurde am 10. Februar 1686 in Harsted in Norwegen geboren und verstarb am 05. November 1758 in Stubbekøping auf Falster in Dänemark, Er war ein norwegischer-dänischer Pfarrer und ist auch als „Apostel der Grønlander“ bekannt.

Hans Egede brach am 12. Mai 1721 nach Grønland auf und landete am 3. Juli des Jahres an der Westküste. Er fand jedoch keine Wikinger mehr vor, dafür die Innuit. Egede lernte ihre Sprache, untersuchte die Struktur der Sprache und übersetzte wesentliche christliche Inhalte ins Grønländische, nicht ohne Fantasie. So war die Passage im Vaterunser – „unser tägliches Brot gib uns heute“ – für die Inuit völlig unverständlich, sie kannten kein Brot. Egede fand eine Lösung: Im grønländischen Vaterunser hieß es dann „unseren täglichen Seehund gib uns heute“.

Hans Egede

Egede gründete auf der Insel Illerunnerit die erste dänische Kolonie auf Grønland und nannte sie Håbets Ø (Hoffnungsinsel). 1728 verlegte er sie 17 km landeinwärts und gründete somit Godthåb (Gute Hoffnung) – die heutige Hauptstadt Nuuk.

Quelle: Danmarks Radio – übersetzt und bearbeitet von

Günter Schwarz – 26.01.2021

Fotos: Archivbilder