(Randers) – Ein gewaltsamer Konflikt zwischen Bandidos und der Bande NNV führt dazu, dass mehrere Polizeibezirke ein Aufenthaltsverbot verhängen. Dieses gilt unter anderem für das Bandidos-Clubhaus am Bogensevej 6 im Randers SV.

Ein Brandanschlag in einem Clubhaus in Helsingør ist eines von mehreren Beispielen für einen Konflikt zwischen der Rockgruppe Bandidos und der Bande NNV, der kürzlich eskaliert ist. Der Konflikt hat nun ein Ausmaß erreicht, in dem es eine Grundlage für das lokale Verbot des Zugangs zu den Wohnungen von Bandidos gibt, schreibt die Rigspoliti (Reichspolizei) in einer Pressemitteilung.

Vor diesem Hintergrund haben alle fünf Polizeibezirke auf Sjælland (Seeland) und die Østjyllands Politi (Ostjütland-Polizei) beschlossen, den Zugang zu einer Reihe von Clubhäusern von Bandidos zu verbieten. Die Østjyllands Politi gibt in einer Pressemitteilung an, dass im Clubhaus der Rockgruppe Bandidos am Bogensevej 6 im Randers SV derzeit ein Aufenthaltsverbot ausgesprochen wurde.

Die Østjyllands Politi geht davon aus, dass mit dem aktuellen Konflikt auch das Risiko eines Angriffs auf das Clubhaus in Randers besteht und daher nun ein Aufenthaltsverbot eingeführt wird. „Wenn sich keine Personen im Clubhaus befinden, wird es zu einem weniger geeigneten Angriffsziel und schafft mehr Sicherheit für die Bürger in der Region. Es ist völlig inakzeptabel, wenn Außenstehende bei einem Konflikt zwischen zwei Gruppen verletzt werden könnten“, sagt Polizeiinspektor Michael Kjeldgaard von der Østjyllands Politi in der Pressemitteilung.

Hierbei handelt es sich um vorübergehende Aufenthaltsverbote, die am Donnerstagnachmittag überall in Kraft getreten sind. Sie sind bis zum 11. Februar um 17:00 Uhr gültig. Wenn sie gegen das Verbot des Betretens des Clubhauses verstoßen, besteht die Gefahr, dass sie mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren bestraft werden, teilt die Østjyllands Politi mit.

Mehrere Clubhäuser auf Sjælland wurden geschlossen. Die Københavns Politi (Kopenhagener Polizei) verbot den Zugang zu einem Clubhaus im Südhafen von København unter der Adresse Speditørvej 5. Die Nordsjællands Politi (Nordseeland Polizei) verbot den Aufenthalt an drei Adressen. Es sind Stubbedamsvej 17B in Helsingør, Industrivænget 27 in Hillerød und Industrivænget 12 in Frederiksværk.

Die Københavns Politi der Region København Vest schloss ein Clubhaus in Brøndbytoften 11 in Brøndby, während die Midt- og Vestsjællands Politi (Mittel- und Westseeland Polizei) den Aufenthalt an den Adressen Industriparken 31 in Jyderup und Holmevej 21 in Gundsømagle verbot.

In Sydsjælland (Südseeland) wurden zwei Clubhäuser von Bandidos vorübergehend geschlossen. Daher sind alle Aufenthalte auf der Ringstedgade 229A in Næstved und der Flakkebjerg Stationvej 10B in Flakkebjerg vorerst verboten.

Unter bestimmten Umständen hat die Polizei die gesetzliche Befugnis, Bandenmitgliedern den Aufenthalt an bestimmten Adressen zu untersagen. Die Rigspoliti betrachtet die Entwicklung des Konflikts „mit großer Ernsthaftigkeit“. Dieses sagt Polizeiinspektor Henrik Sønderby vom Nationalen Untersuchungszentrum der Rigspoliti.

Es kann für Bürger bereits unsicher sein, in der Nähe dieser Wohnorte zu leben oder sich dort aufzuhalten, insbesondere wenn zwischen den Gruppen ein Konflikt besteht. Die Polizei unternimmt umfassende Anstrengungen, um den Konflikt zwischen den Gruppen zu stoppen.

Um eine zunehmende Eskalation der Umwelt zu verhindern, prüfen die Polizeibezirke derzeit, ob die Möglichkeit eines Aufenthaltsverbots angewendet werden soll.

Während die Bandidos seit Jahrzehnten in Dänemark ansässig ist, ist die NNV eine relativ neue Gruppierung. Die NNV entstand im Herbst 2018 nach dem Konflikt zwischen den Brothas und der Loyal to Familia in København. NNV steht für Nørrebro-Nordvest, aus dem die Bande stammt. Sie ist jedoch auch anderswo in der Metropolregion präsent.

Quelle: TV2 ØSTJYLLAND– übersetzt und bearbeitet von

Günter Schwarz – 29.01.2021

Foto: TV2 ØSTJYLLAND