Neun von 24 Wölfen in Dänemark sind seit 2012 spurlos verschwunden. Jetzt hat die Miljøstyrelsen (Umweltschutzbehörde) Empfehlungen von Forschern erhalten, um die illegale Jagd auf geschützte Wölfe zu verhindern.

Seit der Wiedereinwanderung des Wolfes nach Dänemark im Jahr 2012 wurden 24 Wölfe auf dänischem Boden entdeckt und registriert. Einer von ihnen wurde im April 2018 auf einem Feld in der Nähe von Ulfborg erschossen, was für den Schützen eine 40-tägige Bewährungsstrafe für das Töten von Wölfen zur Folge hatte. Aber neun weitere Wölfe sind verschwunden, ohne dass die Forscher zu Hause oder in anderen Ländern Spuren von ihnen finden konnten.

Die vielen vermissten Wölfe machen Dänemark zu einem Land mit einer hohen Verschwindungsrate für Wölfe – oder einer kryptisch hohen Sterblichkeit, wie die Forscher es ausdrückten. „Auch in anderen Ländern verschwinden Wölfe spurlos. Aber die kryptische Sterblichkeitsrate für Wölfe ist in Dänemark im Vergleich zu anderen Ländern hoch“, sagt der leitende Forscher Hans Peter Hansen, Nationales Zentrum für Umwelt und Energie an der Universität Aarhus.

Ole Pedersen ist Vorsitzender der Organisation Ulvetid (Wolfzeit), die sich darüber freut, dass der Wolf wieder in der dänischen Natur zu finden ist. „Wir haben keinen Zweifel daran, dass ein großer Teil der vermissten Wölfe durch illegale Jagd erschossen wurde. Aus diesem Grund haben wir auch eine Prämie von 90.000 Kronen (12.100 Euro) für Informationen ausgelobt, die die illegale Jagd auf Wölfe aufdecken können“, sagt Ole Pedersen gegenüber.

In Syd- og Sønderjylland (Süd- und Südjütland) wurden noch keine Wölfe registriert, die seitdem spurlos verschwunden sind. Derzeit gibt es bestätigte Informationen darüber, dass Wölfe bei Løgumkloster und Hovborg in freier Wildbahn leben. Die Miljøstyrelsen bat die Wolfsforscher um Vorschläge, wie verhindert werden kann, dass Wölfe Opfer möglicher Wilderei werden.

Unter anderem haben die Forscher untersucht, was in anderen Ländern getan wird, und dieses hat zu 26 Empfehlungen geführt. Zu den Vorschlägen gehört eine verstärkte polizeiliche Überwachung von Gebieten, in denen Wölfe verschwinden. Darüber hinaus muss die Polizei bessere Möglichkeiten haben, Fälle von Tierkriminalität zu untersuchen, d. h. Straftaten, an denen wild lebende Tiere zu Schaden kommen. Die Vorschläge wurden nun der Miljøstyrelsen vorgelegt, die die zuständige Behörde in der Region ist.

Quelle: TV SYD – übersetzt und bearbeitet von

Günter Schwarz – 31.01.2021

Foto: TV SYD