Es ist ein riesiges Projekt, aber nicht unrealisierbar, sagt der Professor Jacob Østergaard.

„Und das ist erst der Anfang. Später wird alles erweitert, so dass es bis zu 650 Offshore-Windkraftanlagen geben wird, die es ermöglichen, 10 Millionen Haushalte mit Strom zu versorgen. Es ist ein riesiges Projekt“, sagt Jacob Østergaard, Professor und Leiter des Zentrums für Elektrizität und Energie an der DTU.

Er glaubt jedoch nicht, dass es ein unrealistisches Projekt gibt. „Es ist realisierbar. Daran habe ich überhaupt keinen Zweifel. Die Frage ist eher, ob wir es klug genug machen, damit es nicht zu teuer wird“, sagt er.

„Es ist ziemlich groß, dass Dänemark eine neue Insel bekommt. Wir ändern einfach die Karte“, sagt Klimaminister Dan Jørgensen (Socialdemokraterne) und fügt hinzu: „Es ist eine neue Ära für Offshore-Wind und macht Dänemark zu einem Weltmarktführer in diesem Bereich.“

Klimaminister Dan Jørgensen (Socialdemokraterne)

Laut Klimaminister Dan Jørgensen ist zu hoffen, dass die Insel bis 2030 fertiggestellt werden kann, es sich aber bis 2033 hinausziehen kann. Es stößt auf Kritik der Interessenorganisation Dansk Energi, die darauf hinweist, dass die Energieinsel somit nicht dazu beitragen können, das dänische Ziel zu erreichen, unsere Treibhausgasemissionen bis 2030 um 70 Prozent zu senken.

„Wir müssen den Ökostrom aus Offshore-Wind nutzen, um unsere Klimaziele im Jahr 2030 zu erreichen“, sagt Lars Aagaard, Direktor von Dansk Energi, in einer Pressemitteilung.

Klimaminister Dan Jørgensen glaubt jedoch nicht, dass es schneller gehen kann. „Wenn wir vergleichen, wie lange wir in der Vergangenheit nur für die Herstellung eines Offshore-Windparks aufgewendet haben, ist dieses extrem schnell. Aber wir treiben die Prozesse so weit wie möglich voran. Alle Parteien sind bereit, so schnell wie möglich daran zu arbeiten“, sagt er.

Fakten zu den dänischen Klimazielen:

  • Bis 2030 müssen wir in Dänemark 70 Prozent unserer Treibhausgasemissionen eingespart haben – verglichen mit dem, was wir 1990 emittiert haben.
  • Bis 2050 müssen wir CO₂-neutral sein.
  • Beide Ziele sind im dänischen Klimagesetz verankert.
  • Laut Klimaexperten entsprechen die beiden Ziele den Anforderungen des Pariser Abkommens, das sicherstellen muss, dass die Temperaturen auf dem Planeten nicht mehr als 1,5 und maximal 2 Grad steigen.

Der Preis für das endgültige Projekt beträgt 210 Mrd. Kronen (28,24 Mrd. Euro), was fünf Storebæltsbroer (Goßebeltbrücken) entspricht. Das Geld muss teilweise vom Staat und von privaten Investoren aufgebracht werden.

Zuvor wurde auch beschlossen, eine kleinere Energieinsel in der Ostsee in der Nähe von Bornholm zu errichten. Hier soll Bornholm die Energieinsel sein, an die die Offshore-Windparks angeschlossen sind.

Quelle: Danmarks Radio – übersetzt und bearbeitet von

Günter Schwarz – 04.02.2021

Foto: Danmarks Radio