(Helgoland) – Der vor Juist havarierte Frachter „Peak Bilbao“ ist mit einer Notschleppverbindung gesichert worden. Vor Helgoland soll ein anderer Schlepper das Schiff übernehmen.

Die Schleppverbindung zum Notschlepper „Nordic“ sei stabil und erlaube eine langsame Fahrt, teilte das Havariekommando am Montagabend mit. Ein aktives Schleppen ist wegen der Windverhältnisse nur bedingt möglich. Es gehe um ein kontrolliertes Driften, sagte eine Sprecherin des Havariekommandos Cuxhaven. Im windberuhigten Bereich westlich von Helgoland soll dann das Tau an den Schlepper „Bugsier 10“ übergeben werden, der den Schleppzug bereits begleitet. Nach derzeitigen Stand werden die Schiffe dort spätestens am Dienstagmorgen eintreffen.

Die „Bugsier 10“ soll im Anschluss die mit Gipskarton-Platten beladene „Peak Bilbao“ in einen sicheren Hafen schleppen. Das wird nach Informationen von NDR 1 Niedersachsen entweder Cuxhaven oder das niederländische Eemshaven sein – die Entscheidung darüber ist noch nicht gefallen.

Der 90 Meter lange, unter niederländischer Flagge fahrende Stückgutfrachter „Peak Bilbao“ war am Sonntagnachmittag etwa 20 Kilometer vor Juist aufgrund eines Maschinenschadens in Seenot geraten. Er war unterwegs auf dem Weg von Polen nach England. Der achtköpfigen Besatzung gehe es gut, teilte das Havariekommando mit.

Wie enorm die auf See herrschenden Kräfte sind, zeigte ein Vorfall am Montagmorgen – als die etwa faustdicke Verbindung zwischen Notschlepper und „Peak Bilbao“ unter dem Dauerdruck der Wellen riss und ersetzt werden musste. Ein Sprecher des Havariekommandos betonte, dass die Lage jederzeit unter Kontrolle gewesen sei.

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NDR – 09.02.2021

Fotos: NDR