Wir befinden uns mitten im Lockdown Vol.3 und selbst die abgebrühtesten Optimisten werden vermutlich nicht davon ausgehen, dass es im März zu maßgeblichen „Lockerungen“ der Maßnahmen kommen wird. Obwohl die Inzidenzen und Neuinfektionszahlen jeden Tag absinken, legt die Politik den angestrebten Inzidenzwert fast ebenso täglich tiefer und Lauterbach warnt mit einer immer dramatischer werdenden Rhetorik vor neuen „Mutationen“. Klar wird, dass wir uns noch sehr lange mit dem Virus beschäftigen werden müssen.

Einleuchtend ist auch, dass es mit Lockdown-Maßnahmen allein kaum möglich sein wird, das Virus komplett zu „besiegen“. In Aussicht wurde die Rettung mit der Impfung gestellt, die uns nun bis Sommer allen zur Verfügung stehen soll. Jeder wird wissen, dass Viren sich teilweise schlecht mit einer Impfung allein ausrotten lassen. Während man bakterielle Erkrankungen weitestgehend mit Antibiotika behandeln kann, sind Viruserkrankungen etwas hartnäckiger. Obwohl es schon lange Zeit Grippeimpfungen gibt, stirbt diese Krankheit nicht aus, sondern erscheint mit konstanter Boshaftigkeit in regelmäßigen Abständen. Gegen Infektionskrankheiten wie HIV, Malaria oder Borelliose gibt es noch nicht einmal eine Impfung.

Aber auch die Grippe allein reicht für einen direkten Vergleich. Da der Erreger SARS-CoV-2-Virus bisher die Menschheit nicht infiziert hatte, liegt kein immunologisches Gedächtnis vor und die Erkrankung verläuft in Einzelfällen sehr viel schwerer als die gewohnte saisonale Grippe. Krankheitsverläufe und Mortalität sind damit zunächst einmal ungleich gefährlicher. Je nach Fortlauf unserer Impfung sollte man jedoch ehrlicherweise nicht erwarten, dass sich das SARS-CoV-2 binnen einen Jahres komplett aus der Welt „wegimpfen“ lässt. Wünschenswert wäre eine Eindämmung, die es möglich macht, ein erneutes Auftreten der Krankheit schnell einzudämmen. Seitens Politik- und Expertenrunde wünscht man sich dazu auch ein entsprechendes Konzept, welches zunächst einmal davon ausgeht, dass uns das Virus auch in den kommenden Jahren „begleitet“, bzw. jederzeit vielerorts wieder ausbrechen könnte, ohne uns dann sofort wieder in einen Taumel von Lockdowns und Repressalien zu jagen.

Wir bleiben gespannt.