Während in Dänemark über die schrittweise Wiedereröffnung des Landes diskutiert und gehofft wird, plädiert der Vorsitzende der Dänischen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin, oachim Hoffmann-Petersen, am Dienstag gegenüber TV2 für eine komplette Schließung der Hauptstadt Kopenhagen. Er begründet diese dramatische Forderung damit, dass es Finnland im Frühjahr mit einem ähnlichen Modell gelungen sei, die Infektion in der Hauptstadt Helsinki zu stoppen, die bis zu dem Zeitpunkt der Schließung eine sehr hohe Infektion aufwies. Nach den deutlich dramatischen Maßnahmen hat Finnland eine der niedrigsten Infektionsraten der Welt.

Wie bi den meisten Epidemien seien in Metropolregionen die höchsten Infektionszahlen zu finden, begründet der Vorsitzende seinen Vorschlag weiter.

Zusätzlich sei damit zu rechnen, dass sich die verschiedenen Mutationen bewegen und damit die Zahl der Infektionen zunehmen wird.

Durch eine Schließung könne dieser Anstieg auf einem sehr niedrigen Niveau gehalten werden, sagt der Vorsitzende und Parlamentskandidat zu TV2.

Positiv in dieser Debatte bleibt, dass der öffentliche Diskurs in Dänemark in der Bevölkerung weit weniger verbissen und aggressiv in der Bevölkerung diskutiert wird, als z. B. in Deutschland. Obwohl der Unmut über Schließungen spürbar wächst, vertrauen große Teile der dänischen Bevölkerung den Maßnahmen der Regierung.