Eine Interessenorganisation für dänische Ferienhausbesitzer in Schweden fordert die dänischen und schwedischen Minister auf, sie vom Einreiseverbot auszunehmen. Dänen, die ein Ferienhaus in Schweden besitzen, sind frustriert. Seit dem 22. Dezember dürfen Dänen nur dann nach Schweden reisen, wenn sie einen erkennbaren Zweck zur Einreise in das Land haben.

Die Ankündigung der schwedischen Behörden erfolgte mit einer Frist von einem Tag, weshalb es vielen Dänen nicht gelang, ihre Häuser für den Winter zu schließen. Daher befürchten sie jetzt, dass in der langen Zeit, die seitdem vergangen ist, Erfrierungen, Feuer oder Einbruch aufgetreten sind.

Danske Torpare, eine Interessenorganisation für Dänen mit Ferienhäusern in Schweden, versteht nicht, warum Dänen nicht über den Sund fahren dürfen, um ihre Ferienhäuser zu überprüfen, wenn Menschen aus anderen Ländern dorthin reisen dürfen. „Es ist eine indirekte Diskriminierung der Dänen“, sagt Victoria Lindtner, Leiterin des Sekretariats bei Danske Torpare.

Neben Dänemark hat Schweden ein Einreiseverbot für Personen aus Norwegen und dem Vereinigten Königreich eingeführt. Dieses bedeutet, dass Menschen aus anderen Ländern gerne nach Schweden reisen können, wenn sie einen negativen Coronatest vorlegen. Laut Victoria Lindtner widerspricht dieses jedoch den grundlegenden EU-Vorschriften. In einem Brief an Schweden und fünf weitere Länder, darunter Dänemark, hat die Europäische Kommission die Länder aufgefordert, die Grenzschließungen unverzüglich zu lockern. Dieses schrieb „Berlingske“ am Mittwoch.

Die Kommission ist der Auffassung, dass die von Schweden eingeführte Grenzschließung unter anderem gegen die Leitlinien für Reisen zwischen EU-Ländern verstößt. Richtlinien, auf die sich die Länder vor einem Monat geeinigt haben.

Victoria Lindtner versteht nicht, warum Schweden den Dänen den Zugang verweigert. Sie glaubt, dass sie einen legitimen Grund haben, nach Schweden zu reisen, da sie ihre Häuser überprüfen müssen, um sicherzustellen, dass alles so ist, wie es sein sollte. Aus diesem Grund hat Danske Torpare, der etwa 10.000 Mitglieder angehören, einen schriftlichen Aufruf an die schwedischen und dänischen Minister gerichtet und die dänischen Ferienhausbesitzer aufgefordert, trotz des Einreiseverbots nach Schweden zu reisen.

Der schwedische Innenminister Mikael Damberg (SAP / Sozialdemokraten) und die schwedische Außenministerin Ann Linde (SAP) haben in einer umfassenden Antwort geantwortet, wonach sie die Frustration der Dänen verstehen, die ein Ferienhaus auf dem Land besitzen, aber sie weigern sich, besondere Ausnahmen für sie zu machen.

„Die Regierung betrachtet und hofft auf das Einreiseverbot als vorübergehende Maßnahme. Derzeit ist es jedoch unbedingt erforderlich, eine weitere Ausbreitung von Infektionen und den Verlust von Menschenleben zu verhindern“, argunentiert das schwedische Justizministerium als Reaktion auf Danske Torpare.

Der dänische Außenminister Jeppe Kofod (Socialdemokraterne) hat ebenfalls einen Brief von Danske Torpare erhalten, auf den er jedoch noch nicht geantwortet hat. Victoria Lindtner, Leiterin des Sekretariats, ist verärgert darüber, dass die Minister keinen Dialog mit Danske Torpare aufnehmen. Sie sagt, dass sie konkrete Lösungen vorbereitet haben, die es dänischen Ferienhausbesitzern ermöglichen, nach Schweden zu fahren. Dieses beinhaltet unter anderem das direkte Hin- und Herfahren zu den Ferienhäusern, die Vorlage eines negativen Kronatests, die Dokumentation des Eigentums und eine mögliche Begrenzung der Anzahl der Tage für den Aufenthalt.

Eine der dänischen Ferienhausbesitzerinnen, die vom Einreiseverbot betroffen ist, ist die 65-jährige Annelise Randløv. Annelise Randløv hat ein Ferienhaus in Sällhult – ein paar Autostunden von Dänemark entfernt.

Annelise Randløvs Ferienhaus in Sällhult. Foto: Annelise Randløv

Der 21. Dezember war das letzte Mal, dass sie in ihrem Ferienhaus war. Der Plan war, dass sie dort oben Neujahr hätte feiern sollen, wo sie zuvor die Heizung im Keller einschalten wollte. Mit den neuen Beschränkungen von schwedischer Seite konnte dieses jedoch nicht geschehen. Im Januar und Februar war die Temperatur in der Region auf minus 17 Grad gesunken, und dieses gibt Annelise Randløv Anlass zur Sorge. „Ich mache mir wirklich Sorgen um das Haus. Uns wurde gesagt, dass die Versicherung nicht abdeckt, wenn etwas passiert“, sagt sie.

Victoria Lindtner von Danske Torpare sagt auch, dass es keine Garantie gibt, dass die Versicherung die Schäden der Häuser abdeckt, während die dänischen Eigentümer gezwungen sind, sich von ihnen fernzuhalten. Es ist die Pflicht des Hausbesitzers, dafür zu sorgen, dass das Haus in Ordnung ist.

Annelise Randløv verbringt ihre Zeit in Schweden und rudert ein Kajak. Foto: Annelise Randløv

Annelise Randløv schaut sich im Winter normalerweise alle drei Wochen das Haus an – es ist also die längste Zeit in den zehn Jahren, in denen sie das Cottage besessen hat, in der sie nicht da war.

Das Einreiseverbot gilt den ganzen März über. Das Einreiseverbot nach Schweden gilt bis zum 31. März.

Als Däne ist es jedoch gestattet, nach Schweden zu reisen, wenn sie im Nachbarland leben oder dort arbeiten. Darüber hinaus muss Kindern, die einen Elternteil in Schweden besuchen sollen, die Einreise gestattet werden, ebenso wie eine besondere Erlaubnis erteilt werden kann, wenn eine dringende familiäre Situation eingetreten ist.

Personen, die von und nach Bornholm reisen, dürfen ebenfalls durch Schweden fahren, dürfen dort jedoch nicht aus ihren Fahrzeugen aussteigen, um beispielsweise zu tanken oder Einkäufe zu machen.

Quelle: TV2 – übersetzt und bearbeitet von

Günter Schwarz – 25.02.2021

Fotos: TV2 / Annelise Randløv