(Skagen) – Unter den Fischern in Skagen breitet sich Frustration aus. Das jüngste Brexit-Abkommen sieht vor, dass dänische Fischer künftig 25 Prozent weniger Fische in britischen Gewässern fangen dürfen als bisher. Und nicht nur das. Die Fischer in Nordjylland (Nordjütland) sind jetzt auch vollständig von der Fischerei in norwegischen Gewässern abgeschnitten.

Das Schiff „S107 Skagerak“ ist erst ein halbes Jahr alt. Trotzdem liegt das neue Schiff seit vielen Tagen festgemacht am Kai. Im Moment ist das Fischen auf dem Wasser alles andere als ein profitables Geschäft. „Es gibt nichts zu fischen, und wir dürfen nicht hin. wo wir sein müssten. Wir können schließlich keinen Treibstoff und Proviant fischen“, sagt Lars Mose, Miteigner von „S107 Skagerak“. Das Nachbarschiff., die „Sajoni“ erleidet das gleiche Schicksal und liegt auch im Hafen von Skagen still.

„Wir können einfach nicht unseren Lebensunterhalt verdienen. Die Schulden werden mit jeder Woche, in der wir unter Druck stehen, immer größer. Es wird uns also fast unmöglich sein, dieses zu beheben“, sagt Brian Søren, dem das Schiff „Sajoni“ gehört.

Mit der „S107 Skagerak“ fangen sie normalerweise jede Menge Garnelen. Im Februar werfen Lars Mose und der Rest der Besatzung die Netze normalerweise in die Nordsee, aber dieses ist seit Neujahr keine Option mehr – zumindest nicht in norwegischen Gewässern. Es ist auf die Tatsache zurückzuführen, dass die Verhandlungen über ein neues Fischereiabkommen zwischen dem Vereinigten Königreich, Norwegen und der EU nach dem Brexit ins Stocken geraten sind, und dieses ist in den Geldbörsen der Fischer in Skagen merklich zu spüren.

„Es sind mindestens ein paar hunderttausend Kronen pro Woche, die wir verlieren“, sagt Brian Sørensen, bevor Lars Mose hinzufügt. „Ja, ein paar hunderttausend oder drei pro Woche, brutto“, sagt er.

Norwegen will kein Abkommen mit der EU unterzeichnen, bis es ein Abkommen mit Großbritannien erzielt hat, und das ist etwas, das Ressentiments hervorruft. „Es ist unanständig von unserem Nachbarland Norwegen, dass sie unsere gewöhnlichen Fischer in einem solchen politischen Spiel als Geiseln nehmen“, klagt John Jakobsen, Vorsitzender der Skagen Fiskeriforening (Skagen Fischereiverband).

Im Januar wurde eine vorübergehende Lösung gefunden, bei der 17 Bootstypen weiterhin in norwegischen Gewässern fischten. Aber dieser Deal endete Ende des Monats- „Wir hatten gehofft, dass wir es zumindest als vorübergehende Lösung verlängern könnten, aber die Norweger waren auch nicht dazu bereit. Also haben sie ihre Gewässer für uns komplett gesperrt. Das liegt daran, dass sie versuchen, es als eine Art Erpressung zu nutzen.

„Es ist zutiefst unglücklich und unmöglich, und wir tun, was wir können, um dieses zu lockern“, sagt der Minister für Ernährung, Landwirtschaft und Fischerei, Rasmus Prehn (Scialdemokraterne).

Es ist die EU-Kommission, die im Namen Dänemarks verhandelt, aber Rasmus Prehn versucht, zusätzlichen Druck auszuüben, so der Minister. Im Moment wagt er es nicht zu versprechen, wann eine endgültige Vereinbarung zustande kommt, und das sind keine guten Nachrichten für die Fischer in Skagen.

Wie lange kann es so weitergehen? „Sie sollten die Banken danach fragen. Ich denke, es ist wahrscheinlich am einfachsten, sie zu fragen“, sagt Lars Mose. „Es ist schwer, sich für so etwas Zeit zu nehmen. Je früher wir wieder fischen dürfen, desto besser kommen wir davon“, schließt Brian Sørensen.

Quelle: TV2 NORD – übersetzt und bearbeitet von

Günter Schwarz – 28.02.2021

Foto: TV2 NORD