Die Regierung will einen Plan zur Wiedereröffnung von Auslandsreisen bis zum 5. April bekanntgeben. Eine Umfrage zeigt, dass die Mehrheit der Dänen nicht an Sommerferien im Ausland glaubt.

Die ganze Welt ist derzeit rot gefärbt, und daher raten die dänischen Behörden von allen Reisen ins Ausland ab. Die strengeren Reisebeschränkungen gelten bis einschließlich 5. April, aber spätestens zu diesem Zeitpunkt verspricht Außenminister Jeppe Kofod (Socialdemokraterne), dass es einen Wiedereröffnungsplan für Reisen ins Ausland geben wird. Das sagt Jeppe Kofod zur Tagrszeitung „Politiken“.

„Wir arbeiten an einer schrittweisen und gesundheitsfördernden Wiedereröffnung des Reisens, aber es ist leider zu früh, um genau zu sagen, wann und wie es sich realisieren lässt. Dieses hat neue Hoffnung für die Dänen geschaffen, die reisen wollen und die sich in absehbarer Zukunft – möglicherweise – wieder darauf freuen können, den roten Pass in den Scubladen zu finden und in die Welt hinauszugehen.

Der Außenminister ruft jedoch zur Zurückhaltung auf. Denn die Welt wird nicht offen stehen, wie Reisende es vorher gekannt haben. Es liegt daran, dass Viren von Natur aus ständig ihre Form ändern, was für Reisede von entscheidender Bedeutung ist.

„Das Kennzeichen der Pandemie ist jetzt, dass Mutationen plötzlich die Gleichung für alle Länder ändern. So sah es noch vor wenigen Monaten nicht aus“, sagt Jeppe Kofod gegenüber der Zeitung.

Die derzeitigen Reisebeschränkungen beruhen auf der Tatsache, dass die dänischen Behörden eine möglichst gute Kontrolle über das Infektionsmanagement von Coronaviren wünschen. Und die begrenzte Reiseaktivität der Dänen wird als entscheidender Faktor für die Kontrolle der Ausbreitung von Infektionen angesehen.

Mit dem aufkeimenden Frühling gibt es jedoch mehrere Bedingungen, die in der kommenden Zeit Optimismus für die Dänen schaffen. Die Welt könnte sich allmählich öffnen, da immer mehr Menschen weltweit gegen Coronavirus geimpft werden und gleichzeitig Testformen wirksamer werden. Der Außenminister ist auch der Ansicht, dass die Entwicklung eines gemeinsamen elektronischen EU-Coronapasses in Form einer App eine entscheidende Rolle bei der Wiedereröffnung der Reisebranche spielen kann. Die App muss in der Lage sein zu zeigen, ob Sie geimpft, getestet und kürzlich mit Coronavirus infiziert wurden und daher Antikörper gegen die Krankheit gebildet haben. Insgesamt wird die Kombination eine bessere Kontrolle über die Infektion schaffen, die sich diesen Sommer für Reisen öffnen könnte, wie es sich bei Jeppe Kofod anhört.

Die Regierung hat noch nicht begonnen, mit den anderen Parteien über die Wiedereröffnung von Auslandsreisen zu verhandeln, und ein endgültiges Modell für einen Wiedereröffnungsplan ist ebenfalls nicht vorhanden.

Henrik Nielsen, Professor und Chefarzt der Abteilung für Infektionskrankheiten am Universitätsklinikum Aalborg, bezeichnet die Ankündigung der Regierung als positiv. Obwohl der Wiedereröffnungsplan noch vage ist, schafft er Hoffnung auf bessere Zeiten für Reisende. „Ich stelle mir vor, dass wir diesen Sommer in Europa reisen dürfen. Es könnte möglich sein, wenn wir die Kontrolle über unsere eigene Bereitschaft zur Impfung der Dänen bekommen“, sagt er.

Er glaubt, dass es ein Meilenstein sein wird, wenn die ersten acht Gruppen – oder ungefähr 1,5 Millionen Dänen – im dänischen Impfplan ihre beiden Stiche haben. Denn so werden die schwächsten und am stärksten gefährdeten Gruppen der Gesellschaft geimpft, was eine gute Nachricht für das hart erprobte dänische Krankenhaussystem ist.

„Wenn die Krankenhäuser nicht mehr durch covide Patienten belastet sind, verschwindet die Grundlage für die Coronarbeschränkungen“, sagt Henrik Nielsen. Der Professor macht jedoch zwei wichtige Vorbehalte gegenüber den Dänen, die diesen Sommer reisen wollen. „Es kann Orte geben, die in Form von Covid-19-Ausbrüchen stark betroffen sind, und es kann Länder geben, die spezielle Mutationen des Coronavirus haben“, sagt Henrik Nielsen.

Trotz der relativ guten Aussichten dürfte der Optimismus der Dänen in Bezug auf Auslandsreisen derzeit sehr gering sein. Eine neue Megafon-Umfrage für TV 2 und „Politiken“ zeigt, dass eine große Mehrheit der Dänen nicht erwartet, in diesem Jahr Sommerferien im Ausland verbringen zu können. 66 Prozent der befragten Dänen stimmen ganz oder teilweise nicht zu, dass die Sommerferien außerhalb der Landesgrenzen verbracht werden sollten. 22 Prozent sind jedoch optimistischer und geben an, dass sie sich in dieser Frage ganz oder teilweise einig sind.

Es ist erwähnenswert, dass die Antworten in der Megafon-Umfrage geliefert wurden, bevor der staatliche Impfplan am Freitag, dem 5. März, von Ende in Woche 25 geändert und weiter auf Woche 28 verschoben wurde.

Die Reisebranche hat TV 2 zuvor die Verschiebung des dänischen Impfplans als „äußerst traurige Botschaft“ bezeichnet. „Die drei Wochen scheinen nicht viel zu sein, aber sie haben einen großen Einfluss darauf, wie Dänen denken“, sagt Lars Thykier, Geschäftsführer des dänischen Reisebüroverbandes.

Der Verband möchte, dass die Dänen bereits nach Ostern die Möglichkeit haben, das Land zu verlassen. Gleichzeitig wird befürchtet, dass sich die Unsicherheit über das Datum der dänischen Impfstoffe in diesem Sommer auf die Reiseentscheidung der Dänen auswirken wird. „Die Dänen müssen die Möglichkeit haben, für die Zukunft zu planen“, sagt Lars Thykier.

Quelle: TV2 – übersetzt und bearbeitet von

ünter Schwarz – 07.03.2021

Fotos: TV2