Dänemarks größtes Bauprojekt besteht darin, Hunderten von Auszubildenden bei dem Eintritt in das Arbeitsleben zu helfen, aber es wurden noch keine Pläne gemacht. Jetzt wirft die Gewerkschaft 3F Fragen auf.

Die Femern A/S und der Auftragnehmer Femern Link Contractors haben unterzeichnet, um insgesamt 470 Stellen für sogenannte Lehrlinge einzurichtenn. Es ist geplant, dass die zukünftigen Auszubildenden auf der Baustelle arbeiten und gleichzeitig ihre Ausbildung zum Abschluss bringen können. Jetzt wirft die Gewerkschaft 3F Fragen auf, da ihnen zufolge noch kein Plan erstellt wurde, welche Arten von Auszubildenden eingesetzt werden sollen und wie sie ausgebildet werden sollen.

„Wir vermissen einen Plan, wie er vom Stapel laufen soll und welche Schulungskurse es geben soll“, sagt Jens Kirkegaard, Schulungsberater bei 3F, zu TV2 ØST. Die 3F ist besorgt darüber, dass Femern Link Contractors und der Kunde Femern A/S bereits zu spät sind, um das komplizierte Rätsel rechtzeitig lösen zu können. „Wie sollte es cool sein, hier unten ein Lehrling zu sein, und wie sollte man ein angemessenes Jugendumfeld schaffen?“ ist die Frage.

Sigurd Nissen-Petersen, CSR-Direktor bei Femern A/S

Sigurd Nissen-Petersen ist CSR-Direktor bei Femern A/S und glaubt, dass sie bereits auf dem besten Weg sind, Auszubildende einzustellen. „Die FLC, die einen hohen Ausbildungsbedarf hat, läuft erst seit drei Wochen und hat bereits den ersten Auszubildenden eingestellt. Es muss gesagt werden, um beeindruckend zu sein. Aber es ist klar, dass wir uns ansehen müssen, wie wir einstellen“, sagt er.

Ausländische Arbeitnehmer und dänische Auszubildende müssen zusammenpassen. Einer der Punkte, an denen 3F Kritik hervorruft, ist das Treffen zwischen den ausländischen Arbeitern auf der Baustelle und den dänischen Auszubildenden, die frisch von den Berufsschulen kommen.

Jens Kirkegaard, Bildungsberater, 3F

„Hier gibt es viele ausländische Arbeitskräfte. Das Treffen zwischen dänischen Auszubildenden und ausländischen Arbeitnehmern sei nicht unbedingt völlig unproblematisch“, sagt Jens Kirkegaard.

Auch hier hat Femern A/S keinen Zweifel daran, dass es unter Kontrolle ist. „Wir haben erfahrene und große Unternehmen hinter unseren Konsortien, die es gewohnt sind, Menschen auszubilden. Wir sind zuversichtlich, dass diese Unternehmen die Aufgabe professionell und verantwortungsbewusst bewältigen können“, sagt Sigurd Nissen-Petersen.

Sehen Sie den Bau in Rødbyhavn von oben

Der Direktor von CELF, der Berufsschule auf Lolland und Falster, wünschte sich, die Bauherren hätten mehr Anstregungen aufgewandt, um sich für die jungen Leute attraktiv zu machen. „Dass sie einfach auf die Arbeisstelle gehen, um zu sehen, wie aufregend es für einen jungen Menschen ist, an einem internationalen Arbeitsplatz zu arbeiten. Das allein ist nicht unbedingt attraktiv“, sagt Kim Normand.

Die Arbeiten an der Ausgrabung in Rødbyhavn laufen auf Hochtouren.

Er betont jedoch, dass sie sich sehr darauf freuen, Auszubildende für das Projekt zu gewinnen, und dass sie versuchen werden, sich darauf einzustellen, sobald sie wissen, welche jungen Leute sie bekommen.

Bei 3F geht es bei den Lehrstellen nicht nur um das Bauen. „Dieses ist eine der Möglichkeiten, wie dieses riesige Bauprojekt der örtlichen Kommune etwas zurückgeben kann. Eine Ausbildung hier kann die jungen Leute anziehen und wo sie vielleicht den Rest ihres Lebens verbringen“, sagt Jens Kirkegaard.

Der offizielle Plan für die Auszubildenden dürfte erst im Sommer vorliegen. Daher räumt der CSR-Direktor ein, dass die Arbeit gründlich vorbereitet werden muss. „Wir haben einen guten und offenen Dialog mit allen Parteien. Jetzt müssen wir unsere Arbeitskleidung anziehen und dieses Ausbildungsziel erreichen“, sagt Sigurd Nissen-Petersen.

Quelle: TV2 ØST – übersetzt und bearbeitet von

Günter Schwarz – 09.03.2021

Fotos: TV2 ØST